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Texte von Ayaan Hirsi Ali

   

Inhaltsverzeichnis
Biographie von Ayaan Hirsi Ali
Sie wissen nichts vom Holocaust
100 Hiebe für die Frau
Glaubenskrieg - Wie Islamisten die Herzen der Türken erobern
Der Islam macht es Europa nicht leicht
Aus Freiheit wächst Integration
Ich werde nicht die Klappe halten
Sie wollen nur das: Im Namen Allahs Krieg führen
Wir müssen den Islam besiegen
Ich bin ein Teil des Kampfes der Kulturen
Die schleichende Scharia
„Islamophobie? Ein Gag!“
Integrationsdebatte nicht erwünscht

Englische Texte von Ayaan Hirsi Ali
The right to offend
Moving stories: Ayaan Hirsi Ali
Islam’s Silent Moderates
The Trouble Is the West

Videos mit Ayaan Hirsi Ali
Theo van Gogh/Ayaan Hirsi Ali: „Submission“ pt 1
Ayaan Hirsi Ali - War on Terror, or War on Islam?
On The Map with Avi Lewis: Ayaan Hirsi Ali & Islamophobia
Ayaan Hirsi Ali Interview (deutsch)
Ayaan Hirsi Ali Interviewed On Swedish Television (Englisch)
Debate between Ayaan Hirsi Ali and Tariq Ramadan - Part 1 of 3
Debate between Ayaan Hirsi Ali and Tariq Ramadan - Part 2 of 3
Debate between Ayaan Hirsi Ali and Tariq Ramadan - Part 3 of 3

Es gibt bei youtube.com noch weitere Videos mit Ayaan Hirsi Ali.

Artikel über Ayaan Hirsi Ali
Am Fall Hirsi Ali ist Europa gescheitert
Das Ende der Toleranz
Konferenz zu Ehrenmorden - Jedes Jahr ein neues Ruanda
Die Anklägerin
Daughter of the Enlightment
Wovor haben diese Männer Angst?
Vor den Trümmern des großen Traums
Eine mutige Stimme
Warum hat Ayaan Hirsi Ali unrecht?
Die schwarze Voltaire
Ayaan Hirsi Ali (Biographie)
Ayaan Hirsi Ali: Ich klage an
Ayaan Hirsi Ali: Ich klage an
Sie wollen nur das: Im Namen Allahs Krieg führen
Kämpferin gegen die multikulturelle Kuschelwelt
Kampf gegen den Fundamentalismus
Staatsbürgerschaft aberkannt - Hirsi Ali verläßt die Niederlande
Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali verläßt im Eklat die Niderlande
Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten?
Warum die klügsten Muslime Europa verlassen
Mohammed wird Liebe bedeuten
Europa sollte selbstbewusst reagieren
Führte Hasspredigt zu politischem Mord (von Van Gogh)?



Biographie von Ayaan Hirsi Ali     Top

Ayaan Hirsi AliAyaan Hirsi Ali wuchs in Somalia, Saudi-Arabien, Äthiopien und Kenia auf. Nach ihrer Zwangsverheiratung floh sie 1992 in die Niederlande. Dort studierte sie und engagierte sich als Politikerin für Frauenrechte. In die Schlagzeilen geriet sie unter anderem durch ihre öffentliche Kritik am Islam. Aufgrund von Morddrohungen musste sie unter Schutz gestellt werden.

Ayaan staunte über die Egozentrik der Europäer: „Alles drehte sich um sie selbst; es war wichtig, was sie machten, dass sie einen eigenen Stil hatten, sich etwas gönnten, es gab eine ganze Kultur des Selbst, die ich von Afrika nicht kannte. In meiner Kindheit wurde das Selbst ignoriert. Um anerkannt zu werden, gab man sich stets gehorsam, brav und fromm; man versuchte nie, sich selbst zu verwirklichen.“ Mit wachsender Ablehnung verfolgte Ayaan, dass viele Holländer, die eine multikulturelle Gesellschaft befürworteten, Immigranten nicht kritisieren wollten. „Die Toleranz der Holländer gegenüber Einwanderern war gut gemeint, hatte aber schlimme Folgen. Das multikulturelle Nebeneinander in Holland funktionierte nicht, und der Respekt gegenüber den Muslimen hatte nicht die erhoffte Wirkung. Die Kultur der Einwanderer wurde auf Kosten ihrer Frauen und Kinder bewahrt, und gleichzeitig wurde so die  Integration der Einwanderer in Holland verhindert.“ Ayaan Hirsi Ali stimmte dem Publizisten Paul Scheffer zu, der am 29. Januar 2000 in einem Essay mit dem Titel „Das multikulturelle Drama“ Toleranz gegenüber fremden Eigenheiten mit Wegschauen gleichgesetzt hatte.

Als Ayaan im November 2001 bei einer Podiumsdiskussion über den Westen und den Islam in einem Amsterdamer Kulturzentrum im Publikum saß, fiel sie durch kritische Wortmeldungen auf. Chris Rutenfrans, einer der Veranstalter, schlug ihr daraufhin vor, für die von ihm und Jaffe Vink herausgegebene Beilage der Tageszeitung „Trouw“ einen Artikel zu schreiben. Ebenso vehement wie undifferenziert prangerte Ayaan Hirsi Ali den Islam als rückständig und frauenfeindlich an. Dadurch geriet sie in die Schlagzeilen. Der Schriftsteller Leon de Winter lud sie zum Essen ein und unterstützte sie fortan, aber es gab auch Drohungen, und als Ayaan Hirsi Ali am Jahrestag des Terroranschlags auf das World Trade Center zu einer Talkshow im Fernsehen eingeladen wurde, hielt man es bereits für erforderlich, sie von zwei Bodyguards beschützen zu lassen.

Um wenigstens ein paar Wochen lang keine Angst vor einem Anschlag haben zu müssen, flog Ayaan im Oktober 2002 erstmals in die USA, wo man noch nichts von ihr gehört hatte. In San Francisco traf sich die niederländische Politikerin Neelie Kroes mit ihr, um sie von der Arbeiterpartei abzuwerben und zu überreden, sich von der rechtsliberalen Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (Volkspartei für Freiheit und Demokratie) als Kandidatin für die Parlamentswahlen am 22.Januar 2003 aufstellen zu lassen. Ayaan stimmte zu und erkämpfte sich eines der achtundzwanzig Mandate der Partei.

Drei Tage später hieß es, die neue Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali habe den Religionsstifter Mohammed als pervers bezeichnet. In einem Interview mit „Trouw“ hatte sie darauf hingewiesen, dass Aischa neun Jahre alt gewesen sein soll, als der Prophet die Ehe mit ihr vollzog. Nach westlicher Auffassung falle so ein Verhalten unter den Begriff der Pädophilie. Viele Muslime empörten sich über diese Wertung.

Obwohl Ayaan wegen ihrer schonungslos formulierten Kritik am Islam befürchten musste, von einem Fundamentalisten umgebracht zu werden, ließ sie sich nicht davon abhalten, das Drehbuch für einen Kurzfilm mit dem Titel Submission (Unterwerfung) zu verfassen. Zusammen mit dem Regisseur Theo van Gogh realisierte sie den Film, der am 29. August im holländischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. In dem optisch und inhaltlich provozierenden Film, eine Darstellerin trägt einen durchsichtigen Tschador auf dem nackten Körper, prangerten Theo van Gogh und Ayaan Hirsi Ali die Unterdrückung der Frau im Islam an. Dafür erhielten sie Drohbriefe.

Es blieb nicht nur bei Drohungen: Theo van Gogh (ein Urenkel von Theo van Gogh, dem Bruder des berühmten holländischen Malers Vincent van Goghs) wurde am 2. November 2004 in Amsterdam ermordet. Der in den Niederlanden geborene und aufgewachsen Marokkaner Mohammed Bouyeri schoss auf van Gogh, der auf dem Fahrrad unterwegs war. Anschließend schnitt er dem am Boden liegenden und um Gnade flehenden Regisseur die Kehle durch. Mit dem blutigen Messer spießte Bouyeri einen fünfseitigen Bekennerbrief mit einer an Ayaan Hirsi Ali gerichteten Morddrohung in die Brust des Toten. Leon de Winter ist überzeugt, dass Theo van Gogh „als symbolischer Vertreter von Ayaan Hirsi Ali“ ermordet wurde, die der Attentäter als „Soldatin des Bösen“ beschimpfte. „Ich trauere um Theo“, schrieb Ayaan. „Dass er sterben musste, um die Aufmerksamkeit auf einige Leute zu lenken, denen der Glaube mehr bedeutet als ein Menschenleben. Ich bin wütend, weil ich weiß, dass der Täter nicht allein ist.“

Sicherheitskräfte versteckten die Fünfunddreißigjährige zweieinhalb Monate lang an verschiedenen Orten in den Niederlanden und in den USA. Damit sie nicht geortet werden konnte, musste sie ihr Handy abgeben.

Ayaan blieb auch weiterhin auf Personenschutz angewiesen, aber ihre Nachbarn fühlten sich dadurch belästigt und reichten im Frühjahr 2006 eine Räumungsklage gegen sie ein. Mitte Mai kündigte die Integrationsministerin Rita Verdonk an, der umstrittenen Islam-Kritikerin die niederländische Staatsbürgerschaft abzuerkennen, weil sie bei der Einbürgerung falsche Angaben gemacht hatte. Der Beschluss löste am 17. Mai, einen Tag, nachdem Ayaan Hirsi Ali ihr Mandat niedergelegt hatte, eine vierzehnstündige Parlamentsdebatte aus. Rita Verdonk, der vorgeworfen wurde, sie wolle sich profilieren, geriet unter Druck. Am 27. Juni nahm sie ihre Entscheidung zurück. Der politische Streit endete damit übrigens nicht: Am übernächsten Tag zerbrach die Regierungskoalition von Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.

Quelle: Leseprobe aus Dieter Wunderlich's Buch: Ausserordentliche Frauen



Sie wissen nichts vom Holocaust    
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Von Ayaan Hirsi Ali 16. Dezember 2006

Millionen Muslime kennen ausschließlich Hasspropaganda gegen Juden. Nur wenn man ihnen die Geschichte vermittelt, ist eine friedliche Zukunft möglich, mahnt die Politikerin und Frauenrechtlerin somalischer Herkunft Ayaan Hirsi Ali.

Eines Tages 1994, ich lebte damals in Ede, einer kleinen Stadt in Holland, bekam ich, so meine Erinnerung, Besuch von meiner Halbschwester. Wir beide hatten in Holland Asyl beantragt. Mir wurde es gewährt, sie wurde abgelehnt. Weil ich Asyl bekam, konnte ich studieren. Meine Halbschwester konnte das nicht. Um zum Studium zugelassen zu werden, musste ich drei Prüfungen bestehen. 1. Eine Sprachprüfung. 2. Eine Prüfung in Staatsbürgerkunde. 3. Eine Prüfung in Geschichte. Im vorbereitenden Geschichtskurs hörte ich zum ersten Mal vom Holocaust. Ich war 24 Jahre alt, meine Halbschwester war 21.

Damals gab es täglich neue Nachrichten über den Genozid in Ruanda und die ethnischen Säuberungen im ehemaligen Jugoslawien. An dem Tag, als meine Halbschwester mich besuchte, schwirrte mir angesichts des Schicksals von sechs Millionen Juden in Deutschland, Holland, Frankreich und Osteuropa der Kopf. Ich hatte erfahren, dass unschuldige Männer, Frauen und Kinder voneinander getrennt worden waren. Man hatte ihnen Sterne angeheftet, sie in Waggons in Lager transportiert, sie vergast, nur weil sie Juden waren. Es war der systematischste und grausamste Versuch in der Geschichte der Menschheit, ein Volk zu vernichten.

Ich sah Bilder von zahllosen Skeletten, sogar solche von Kindern. Ich hörte entsetzliche Berichte von einigen derer, die den Terror von Auschwitz und Sobibor (Vernichtungslager in Polen) überlebt hatten. Ich berichtete meiner Schwester davon und zeigte ihr die Bilder in meinem Geschichtsbuch. Voller Überzeugung rief meine Schwester: „Das ist eine Lüge! Die Juden machen die Leute blind. Sie wurden nicht ermordet, vergast oder massakriert. Aber ich bete zu Allah, dass alle Juden auf der Welt eines Tages vernichtet sein werden.“ Was meine Schwester sagte, war nicht neu. Ich war dennoch schockiert. Einerseits weil die Beweise überwältigend waren, andererseits aufgrund der Völkermorde der Gegenwart.

Vom Holocaust erfuhren wir nie.

Aufgewachsen in Saudi-Arabien, erinnere ich mich, dass meine Lehrer, meine Mutter und unsere Nachbarn uns praktisch täglich erzählten, dass die Juden böse seien, eingeschworene Feinde der Muslime, deren Ziel es sei, den Islam zu zerstören. Vom Holocaust erfuhren wir nie.

Später in Kenia, als ich ein Teenager war und die Wohltaten aus Saudi-Arabien und anderen Golf-Staaten uns in Afrika erreichten, erinnere ich mich, dass der Bau von Moscheen und die Spenden für Krankenhäuser und Arme Hand in Hand gingen mit der Verwünschung der Juden. Die Juden, hieß es, seien schuld am Tod von Babys, an Epidemien wie Aids, an Kriegen. Sie seien gierig und würden absolut alles tun, um uns Muslime zu töten. Und wenn wir je erleben wollten, was Frieden und Stabilität bedeute, dann müssten wir sie vernichten, bevor sie uns auslöschen würden. Und wer nicht in der Lage sei, die Waffen gegen sie zu erheben, für den sei es genug, die Hände zu falten, den Blick himmelwärts zu richten und Allah zu bitten, die Juden zu vernichten.

Westliche Politiker, die heute sagen, sie seien von Ahmadinedschads Konferenz der Holocaust-Leugner schockiert, müssen sich dieser Realität stellen. Für die Mehrheit der Muslime weltweit ist der Holocaust keine historische Tatsache, die sie leugnen. Wir wissen einfach nicht davon, denn man hat uns nie aufgeklärt. Schlimmer noch, die meisten von uns wurden darauf getrimmt, den Juden einen Holocaust zu wünschen.

Ich erinnere mich an die Präsenz von Wohltätern aus dem Westen, an die NGOs (Non-Governmental Organization = Nichtregierungsorganisation) und Institutionen wie die Weltbank und den IWF (Internationaler Währungsfonds). Ihre Mitarbeiter brachten denen, die sie für bedürftig hielten, Medikamente, Kondome, Impfstoffe, Baumaterialen, aber keine Informationen über den Holocaust. Anders als die Wohltaten im Namen des Islam waren die Spenden säkularer oder christlicher Hilfsorganisationen nicht mit einer Botschaft des Hasses verbunden, doch ebenso wenig mit einer der Liebe. Im Licht der Hass verbreitenden Almosen der durch ihr Öl reich gewordenen muslimischen Länder war das fraglos eine verpasste Gelegenheit.

Heute leben, so schätzt man, etwa 15 Millionen Juden auf der Welt, gewiss sind es nicht mehr als 20 Millionen. Ihre Fortpflanzungsrate und ihre Altersstruktur lassen sich mit denen entwickelter Länder vergleichen. Auf der anderen Seite schätzt man die muslimische Weltbevölkerung auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Menschen. Nicht nur wächst sie rasant, sie ist auch sehr jung. Was an Ahmadinedschads Konferenz so verblüfft, ist das (stille) Einverständnis der politischen Mitte der Muslime, die nicht allein die Holocaust-Leugnung hinnehmen, sondern auch die Sehnsucht nach der Auslöschung der Juden.

Ich muss mich wundern: Warum gibt es in Riad, Kairo oder in Lahore, in Khartum oder Jakarta keine Gegenkonferenz, die Ahmadinedschad verurteilt? Warum schweigen die 57 Mitgliedsorganisationen der Islamischen Konferenz? Könnte die Antwort so einfach wie entsetzlich sein? Seit Generationen füttern die Führer dieser sogenannten muslimischen Länder ihre Bevölkerung mit einer Propaganda, die jener ähnelt, mit der zuvor Generationen von Deutschen (und andere Europäern) gefüttert wurden: dass die Juden Ungeziefer seien und entsprechend behandelt werden müssten. In Europa war der Holocaust die logische Folge. Wenn Ahmadinedschad seinen Willen bekommt, wird es ihm an gefügigen Muslimen nicht fehlen.

Gewiss braucht die Welt Konferenzen der Liebe, der Völkerverständigung und Kampagnen gegen den Rassismus. Dringlicher noch aber sind, wieder und wieder, Informationen über den Holocaust. Nicht nur im Interesse der Holocaust-Überlebenden und ihrer Nachkommen, sondern im Interesse der ganzen Menschheit. Vielleicht muss man bei den Geschenken islamischer Wohltäter, die mit antijüdischem Hass verschnürt sind, beginnen. Die westliche und christliche Entwicklungshilfe sollte es sich zur Aufgabe machen, Muslime und Nichtmuslime über den Holocaust in Kenntnis zu setzen.

Die Autorin verließ im Mai 2006 unter Protest die Niederlande, nachdem sie ihr Parlamentsmandat zurückgegeben hatte. Sie arbeitet heute an der Denkfabrik American Enterprise Institute in Washington D.C. Ende September erschien ihre Autobiografie „Mein Leben, meine Freiheit“ (Piper)

Übersetzung: Wieland Freund

Quelle: Sie wissen nichts vom Holocaust



100 Hiebe für die Frau     Top

Von Ayaan Hirsi Ali

Wo sind die gemäßigten Muslime? Wo bleibt das Mitleid?

Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben. Habt kein Mitleid mit ihnen angesichts der Religion Gottes, so ihr an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. (Koran: Sure 24,2)

In den zurückliegenden Wochen haben wir die Anwendung islamischen Rechts auf eine Art und Weise erlebt, die gemäßigte Muslime auf die Barrikaden bringen sollte. Über drei Vorfälle wurde ausführlich berichtet: Eine 20 Jahre alte Frau aus Katif in Saudi-Arabien berichtete, dass sie von mehreren Männer missbraucht und mehrfach vergewaltigt worden sei. Die Richter jedoch sprachen das Opfer schuldig. Ihr Verbrechen wird „Umgang haben“ genannt: Als sie missbraucht wurde, saß sie mit einem Mann im Auto, mit dem sie weder verwandt noch verheiratet war, in Saudi-Arabien ist das illegal.

Letzten Monat wurde sie zu sechs Monaten Gefängnis und 200 Hieben mit einem Bambusstock verurteilt. 200 Hiebe sind genug, um einen großen Mann zu töten. Frauen erhalten üblicherweise nicht mehr als 30 Hiebe auf einmal, was bedeutet, dass das „Mädchen von Katif“, wie sie in den Medien genannt wird, ihre nächste Begegnung mit dem islamischen Recht sieben Wochen lang fürchten muss. Ein normales Leben wird sie nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis nie mehr führen: Schon jetzt wurde berichtet, dass ihr Bruder sie zu ermorden versucht hat, weil ihr „Verbrechen“ die Ehre der Familie befleckt.

Islamisches Recht in Aktion haben wir auch im Sudan erlebt, wo eine 54 Jahre alte britische Lehrerin namens Gillian Gibbons zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt wurde, bevor sie die Regierung begnadigt hat. Der Frau hätten bis zu 40 Hiebe gedroht. Zu Beginn eines Leseprojekts in ihrer Klasse, bei dem auch ein Teddybär eine Rolle spielte, hatte Gibbons den Kindern vorgeschlagen, dem Teddy einen Namen zu geben. Die Klasse entschied sich für Mohammed; die Lehrerin ließ die Kinder gewähren. Das wurde als Blasphemie (Gotteslästerung) erachtet.

Schließlich Taslima Nasreen, die 45 Jahre alte Schriftstellerin aus Bangladesch, die mutig für die Rechte der Frauen in der muslimischen Welt eintritt. Zur Flucht aus Bangladesch gezwungen, lebt sie bislang in Indien. Dortige muslimische Gruppen jedoch wollen, dass sie ausgewiesen wird. Eine dieser Gruppen hat 500.000 Rupien auf ihren Kopf ausgesetzt. Im August wurde Nasreen in Hyderabad von militanten Muslimen angegriffen, und in den zurückliegenden Wochen musste sie erst Kalkutta und dann Rajasthan verlassen. Taslima Nasreens Visum läuft im nächsten Jahr aus, und sie fürchtet, nicht mehr in Indien leben zu dürfen.

Oft wird gesagt, der Islam sei von einer kleinen Gruppe radikaler Fundamentalisten „gekidnappt“ worden. Die große Mehrheit der Muslime sei gemäßigt. Wo aber sind die Gemäßigten? Wo sind die muslimischen Stimmen, die sich über das furchtbare Unrecht von Vorfällen wie diesen erheben? Wie viele Muslime sind bereit, aufzustehen und im Fall des Mädchens von Katif zu sagen, dass diese Form von praktiziertem Recht erschreckend, brutal und bigott (scheinheilig) ist, und dass, ganz gleich, wer gesagt hat, es sei Recht, und vor wie langer Zeit dies gesagt wurde, so etwas nicht mehr geschehen dürfe?

Normalerweise sind muslimische Gruppen wie die der „Organisation der Islamischen Konferenz“ schnell, wenn es darum geht, das Bild des Islam zu verteidigen. Die Organisation, die 57 muslimische Staaten repräsentiert, schickte gleich vier Vertreter zum Vorsitzenden meiner Partei in den Niederlanden, um ihn zu bitten, mich aus dem Parlament zu entfernen. Ich hatte 2003 in einem Zeitungsinterview gesagt, dass manche Taten des Propheten Mohammed gemessen an westlichen Standards gewissenlos seien. Wenige Jahre später protestierten muslimische Vertreter in Dänemark gegen die Mohammed-Karikaturen und forderten die strafrechtliche Verfolgung von deren Urhebern.

Doch obwohl die Vorfälle in Saudi-Arabien, im Sudan und in Indien dem Ansehen der islamischen Justiz größeren Schaden zufügen, als ein Dutzend Mohammed-Karikaturen das könnte, schweigen jene Organisationen jetzt still, die Schlange standen, um die abscheuliche Beleidigung des Islam durch die dänischen Karikaturen anzuprangern.

Ich wünschte, es gäbe mehr gemäßigte Muslime. Richtungsweisendes von „“Tariq Ramadan* etwa, dem berühmten muslimischen Theologen der Mäßigung, würde ich jetzt begrüßen. Doch wenn es um echtes Leid geht, um echte Grausamkeit im Namen des Islam, ist Verleugnung das Erste, das wir von all diesen Organisationen hören, die sich so sorgen um das Bild des Islam. Gewalt, hören wir, stehe nicht im Koran, Islam bedeute Frieden, dies sei ein Fall von Kidnapping durch Extremisten, eine Schmutzkampagne und so weiter. Doch die anderslautenden Beweise häufen sich.

*Tariq Ramadan (geboren am 26. August 1962 in Genf) ist ein Schweizer Islamwissenschaftler und Publizist ägyptischer Herkunft. Ramadan ist das jüngste von sechs Kindern des Said Ramadan (ein führender Aktivist der radikal-islamischen Muslimbrüder). Tariq Ramadan gilt als ein Vordenker eines europäischen Islam. Ramadan gilt als einflussreiches Vorbild für junge Muslime in der Diaspora.

Das islamische Recht (die Scharia) ist eine stolze Institution, der, zumindest in der Theorie, eine Milliarde Menschen, anhängen, und im Herzen der islamischen Welt ist es das Landesgesetz. Doch werfen Sie einen Blick auf den oben zitierten Vers: Zwingender noch als das Gebot, Unzüchtige zu geißeln, ist, dass der Gläubige kein Mitleid zeigt. Es ist dieses Gebot, Allah über sein Gewissen und Mitgefühl zu stellen, das den Muslim zum Gefangenen einer archaischen und extremen Geisteshaltung macht.

Wenn gemäßigte Muslime glauben, dass man für das Mädchen von Katif kein Mitleid aufbringen sollte, was genau ist es dann, das sie zu Gemäßigten macht? Wo Gewissen und Mitgefühl eines „gemäßigten“ Muslims Vorschriften Allahs widersprechen, sollte er sich für das Mitgefühl entscheiden. Solange das nicht viel öfter geschieht, bleibt ein gemäßigter Islam Wunschdenken.

Aus dem Englischen von Wieland Freund

Ayaan Hirsi Ali war niederländische Parlamentsabgeordnete. Sie sucht Schutz in den USA, da sie sich in Europa ihres Lebens nicht mehr sicher ist

Quelle: 100 Hiebe für die Frau



Glaubenskrieg - Wie Islamisten die Herzen der Türken erobern     Top

Von Ayaan Hirsi Ali

Säkulare und liberale Türken erleben ein böses Erwachen. Atatürks Erbe steht vor der Zerstörung. Nicht durch eine äußere Macht, sondern von innen, durch Menschen, die einen islamischen Staat herbeisehnen, warnt Islamkritikerin Ayaan Hirsi.

Bedrohen das Erbe Kemal Atatürks: Die Befürworter des Islam in der türkischen Regierung wie Recep Tayyip Erdogan (Ministerpräsident) und Abdul (Abdullah) Gül (Staatspräsident) haben begriffen, dass man die Demokratie mit demokratischen Mitteln aushöhlen kann

Seit Kemal Atatürks Zeiten ist die Türkei gespalten in jene, die den Staat nach islamischen Leitsätzen führen wollen, und solche, die Allah aus dem öffentlichen Raum heraushalten wollen. Die Befürworter des Islam in der Regierung wie Recep Tayyip Erdogan, Abdullah Gül und ihre AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) sind bemerkenswert erfolgreich gewesen. Anders als die säkularen Liberalen haben sie begriffen, dass man die Demokratie mit demokratischen Mitteln aushöhlen kann. Auf diese Einsicht gründet sich ihre machtvolle Strategie. Drei Säulen dieser Strategie verdienen eine eingehende Betrachtung.

Die erste ist Dawa, eine Taktik, die von Mohammed, dem Stifter der islamischen Religion, inspiriert ist. Dawa bedeutet schlicht, den Islam voller Überzeugung als Lebensform zu predigen, die Regierungsform inbegriffen. Alle Bekehrten sind verpflichtet, hinaus in die Welt zu gehen und anderen zu predigen. So entsteht eine Volksbewegung, die die Herzen und Köpfe der Wählerschaft gewinnt.

Islamisten gewinnen die Schlacht um die Herzen

Die Säkularisten in der Türkei haben diesen Aspekt unterschätzt und so den Wettstreit um die Herzen und Köpfe der Wählerschaft vernachlässigt. Nun sind sie von Umfragen geschockt, die nahe legen, dass 70 Prozent der Wähler für Gül als Präsident stimmen könnten, gelänge es Erdogan eine Verfassungsänderung zur Direktwahl des Präsidenten durchzusetzen. Jeglicher Protest der Säkularisten gegen diesen offenkundigen Willen des Volkes klingt unvernünftig und undemokratisch.

Die zweite Säule ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Als die säkularen Parteien an der Macht waren, lag die türkische Wirtschaft unbestreitbar in Trümmern. Seit Erdogan im Amt ist, sind Wirtschaftswachstum und Investitionsraten hoch, die Inflation ist niedrig,

Die dritte Säule ist die Kontrolle zweier Arten von Organen in einer Demokratie, jene der Information (Bildung und Medien) und solche der Sicherheit und Ordnung (Polizei, Justiz und Geheimdienste). In anderen Worten: die Islamisten kontrollieren die Informationen, die du kriegst, und haben die Macht, dich zum Schweigen zu bringen.

Die Islamisierung der Türkei kann am Militär scheitern

Nachdem die islamistische Revolution 1997 im ersten Versuch scheiterte, haben Erdogan und seine Partei eingesehen, dass ein graduelles Vorgehen ihnen eine länger anhaltende Macht einbringen würde. Fraglos ist ihnen klar, dass die umfassende Islamisierung der Türkei nur dann gelingen kann, wenn sie die Armee und das Verfassungsgericht unter ihre Kontrolle bringen. Beide sind, bis heute, Atatürks Wunsch nach einer säkularen Türkei nachgekommen.

Die aktuelle Entscheidung des Verfassungsgerichts, Güls Nominierung nach einer Warnung des Militärs zu annullieren, ist für die Islamisten nur ein vorübergehender Rückschlag. Erdogan und Gül haben noch eine Karte im Ärmel. Sollten sie die gleiche Zurückhaltung und Geduld an den Tag legen, die sie soweit gebracht hat, könnten sie ihr Ziel erreichen, indem sie weiterhin um eine EU-Mitgliedschaft buhlen. Naive, aber wohlmeinende europäische Führer sind von Anfang an dahingehend manipuliert worden, dass sie eine zivile Kontrolle über die türkische Armee gefordert haben wie es sie auch in allen anderen Mitgliedstaaten gibt. Und so gesehen, haben sich Erdogan und seine Partei ihren Erfolg verdient. Sie dafür zu verurteilen, wäre engstirnig und gewiss kein geeignetes Mittel, sie an der Übernahme der totalen Macht in der Türkei zu hindern.

Im Nachhinein können die säkularen Liberalen die Schuld nur bei sich selbst suchen. Sie haben die Macht der Dawa unterschätzt, in der Wirtschaftspolitik versagt und die Manipulation von EU-Mitgliedern nicht als Taktik erkannt, die dazu diente, die Kontrolle über Armee und Verfassungsgericht zu erlangen.

Istanbul muss die Freiheit des Individuums schützen

Ein wichtiges Merkmal des Liberalismus jedoch ist, aus Fehlern zu lernen. Dass die säkularen Liberalen in der Türkei geirrt haben, bedeutet nicht, dass sie nicht erneut versuchen könnten, Atatürks Erbe zu bewahren und der Türkei eine Zukunft auf der Basis westlicher Werte zu ermöglichen.

Sobald sie von ihren Demonstrationen heimkehren, müssen sie den Plan zu einer Volksbewegung entwickeln, deren Botschaft individuelle Freiheit lautet. Sie müssen das Vertrauen der Türken in eine liberale Wirtschaftspolitik wiederherstellen und die Organe der Information und Bildung, der Polizei und Justiz zurückgewinnen. Ebenso müssen sie die EU-Führer davon überzeugen, dass Armee und Verfassungsgericht in der Türkei nicht allein Land und Verfassung verteidigen, sondern auch dazu geschaffen wurden, die türkische Demokratie vor dem Islam zu schützen.

Wahrer Säkularismus in der Türkei ist nicht irgendein Säkularismus. Gemeint ist ein Säkularismus, der die Freiheit und Rechte des Individuums schützt, und nicht die der Ultranationalisten, in deren Kreisen Hitlers „Mein Kampf“ ein Bestseller ist, der Völkermord an den Armeniern geleugnet wird und Minderheiten verfolgt werden. Hrant Dink, der armenische Redakteur, wurde von einem solchen Nationalisten ermordet. Es ist diese Mixtur aus bösartigem Nationalismus und räuberischem Islam, die die säkularen Liberalen in der Türkei heute vor eine größere Herausforderung stellt als jede andere liberale Bewegung.

Andere liberale Demokratien im Westen müssen den Liberalen in der Türkei in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen. Es ist nur scheinbar paradox, dass diese Unterstützung mit der Erkenntnis beginnt, dass die türkische Armee anders als jede andere ist. Ihre Aufgabe ist einzigartig, weil sie den säkularen Charakter der Türkei gewährleistet.

Quelle: Glaubenskrieg



Der Islam macht es Europa nicht leicht     Top

Von Ayaan Hirsi Ali 21 - Oktober 2006

Wenn Integration funktionieren soll, müssen Einwanderer strenger kontrolliert werden. Eine falsche Toleranz der repressiven Seite des Islam darf es nicht geben. Sonst gilt in manchen Städten bald die Scharia, und den Gesellschaften Europas droht eine ethnische und religiöse Spaltung.

In Afrika haben wir manchmal die Tiere zu Hilfe genommen, um heikle Themen anzusprechen und dabei zu vermeiden, über den Boten statt über die Botschaft zu streiten. Also werde ich den Strauß und die Eule zu Hilfe nehmen, um die beiden wichtigsten Positionen zum Thema Einwanderung und Pluralismus in Europa zu umreißen.

Europas Aussichten, so sieht es der Strauß, sind glänzend. Er sieht einen offenen Markt von 450 Millionen Menschen mit unglaublichem Potenzial. Er sieht eine gedeihende Wirtschaft und den freien Verkehr von Menschen, Gütern, Geld und Dienstleistungen. Einwanderung, so sieht es der Strauß, lässt sich allein als Chance einer alternden Bevölkerung begreifen. Grenzen sind besser offen als geschlossen. Der Islam ist eine Religion wie das Christentum, und die Muslime werden ihren Glauben dem Leben in Europa anpassen.

Dem Strauß zufolge wird es sehr bald einen europäischen Islam geben, junge Frauen in engen Jeans, hohen Schuhen, engen, ärmellosen schwarzen Tops und dazu passenden Kopftüchern, alles von Prada (Italienische Modefirma), sind seine ersten Vorboten. Dieser Prada-Islam wird an die Stelle des alten, ländlichen treten und wie ein Impfstoff gegen den Wahabi-Islam der Saudis wirken.

Dass die Migranten in den falschen Statistiken, solchen zur Arbeitslosigkeit, zur Kriminalität und mangelnden Ausbildung, überrepräsentiert sind, gilt dem Strauß als vorübergehend. Das ist eine Phase, die alle Menschen unterprivilegierter Herkunft durchlaufen. Solange die Wirtschaft wächst, wird diese Phase kurz sein.

Dem Strauß zufolge sollten die Einheimischen aufhören, über die Rückständigkeit der Einwanderer zu jammern und sich auf die Vorteile konzentrieren. Der Strauß verweist auf die Krankenschwestern, Kindermädchen, Bauarbeiter, Lebensmittelhändler, Portiers, Reinigungskräfte, Fabrikarbeiter und eine Vielzahl anderer Jobs, die die Einheimischen nicht machen wollen, die aber notwendig sind, um die Wirtschaft in Schwung zu halten.

<>Der Strauß macht sich keine Sorgen, dass der Zustrom von Migranten Europas Kultur und Gesellschaft zum Schlechteren verändern könnte. Die Gesellschaften, aus denen die Migranten kommen, werden wachsen, reifen, reich werden, und der Zustrom wird nachlassen. Nur eines empfindet der Strauß als Rückschlag: Die Fremdenfeindlichkeit der einheimischen Europäer. Könnte die an sich rassistische weiße Gesellschaft doch nur ihre Angst vor allem Fremden überwinden, sie würde erkennen, wie sehr Migranten die Küche, Musik, die Künste und die Wirtschaft Europas verfeinert haben. Sein Mantra hat sich der Strauß von Monty Python geborgt: „Always look on the bright side of life.“ (Schauen Sie immer nur auf der hellen Seite des Lebens.)
<>

Dann haben wir da die Eule. Die Eule ist ein Vogel der Nacht und erhascht, öfter als der Strauß, einen Blick auf die dunkle Seite der Dinge. Sie sieht alles, was der Strauß nicht sieht, oder, besser, sie sieht alles, was der Strauß sieht. Europa ist reich und gesund, doch die alte Eule macht sich Sorgen, dass Europa nicht gleichermaßen weise ist.

Eine Schattenseite der Bewegungsfreiheit ist, zum Beispiel, der Handel der mitleidlosen Sexindustrie mit Frauen und Kindern. Waffen aller Art gehen, von den Staaten unbemerkt, von Hand zu Hand, von Land zu Land. Einige dieser Waffen könnten biologisch, chemisch oder schlimmeres sein.

Die alte Eule sieht, wie arme Migranten von grausamen Dienstherren ausgebeutet werden, nach Belieben geheuert und gefeuert, für kleines oder gar kein Geld, was die Gewerkschaften nicht bemerken oder ignorieren. Die Eule kann gar nicht anders, sie muss feststellen, dass in Spanien, selbst nach der jüngsten Amnestie, eine geschätzte Million illegaler Einwanderer leben. In Großbritannien sind es etwa eine halbe Million, in Frankreich, kann man den Franzosen denn glauben, zweihundert- bis vierhunderttausend, in Deutschland ungefähr eine Million und so weiter. „Schau“, sagt die Eule, „das sind Menschen, die häufig misshandelt und genötigt werden, ohne dass sie rechtlich dagegen vorgehen könnten.“ Die Eule gibt zu, dass Europa Einwanderer braucht, sieht aber auch, dass die Auswahl der Migranten nicht immer nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt.

Die Eule erkennt, dass nicht alle Muslime an einer europäischen Zukunft teilhaben wollen, die sich auf die europäischen Werte Freiheit und Toleranz gründet, und kann den Erfolg der totalitären islamistischen Bewegung nicht ignorieren. Traurig blickt die Eule auf Kinder, denen beigebracht wird, sich als Opfer zu betrachten und die Gesellschaft, in der sie leben, als Feind. Sie kann nicht anders als zu bemerken, dass muslimische Einwanderer für den Islamismus anfällig sind und dass die meisten Menschen, die nach Europa einwandern, aus muslimischen Ländern kommen. Die Eule kann auch den Zulauf für rechtsextreme Bewegungen und Parteien nicht ignorieren. Sie fürchtet, dass die Pluralismus-Debatte in Europa in die Hände zweier kompromissloser Extreme gerät: den Faschismus der Weißen und den Islamo-Faschismus. Die Eule glaubt, der Strauß hat Recht; wir sollten positiv denken. Vielleicht, weil sie keinen Hals hat, glaubt sie aber auch, dass wir uns vor Illusionen hüten sollten.

Die Zukunft vorherzusagen, mag den Astrologen Spaß machen, für Akademiker gilt das nicht. Bekommt man Recht, wird man wie Samuel Huntington verdammt. Wird man widerlegt, gilt man als ausgewiesener Idiot. Statt Voraussagen zu treffen, skizzieren wir deshalb den besten und den schlimmsten anzunehmenden Fall.

Im schlimmsten Fall bleiben die Warnungen der Eule ungehört. Der Optimismus des Strauß verliert sich. Bewaffnete Gruppen fechten das staatliche Gewaltmonopol an. Die Gesellschaften Europas erfahren ethnische und religiöse Spaltungen. Einem sich bereits verschlechterndem Bildungssystem gelingt es nicht, die Jugend auf eine gemeinsame Vergangenheit, geschweige denn eine gemeinsame Zukunft zu verpflichten. Die Erziehung der Kinder wird einzelnen ethnischen oder religiösen Gemeinschaften überlassen. Die europäischen Staaten werden die Bürgerrechte einschränken. Die Europäer werden akzeptieren, dass in bestimmten Vierteln und sogar Städten de facto die Scharia gilt. Schwache, Frauen und Kinder werden gewohnheitsmäßig ausgebeutet. Wer es sich leisten kann zu emigrieren, wird es tun.

Im besten Fall beherzigen die Europäer die Warnungen der Eule, ohne die Spritzigkeit des Strauß zu verlieren. Im besten Fall erleben wir eine Reform der gegenwärtigen Einwanderungspolitik. Die ungeplante Ad-hoc-Migration und Ausländerpolitik der einzelnen europäischen Mitgliedsstaaten wird aufgegeben und durch eine geplante ersetzt. Dazu wird Europa Zuwanderungs- und Einbürgerungsbehörden brauchen, vergleichbar denen der USA auf föderaler Ebene. Derzeit hat Europa 25 Zuwanderungs- und Einbürgerungsbehörden, jede mit ihren eigenen Visa und Einbürgerungsvorschriften. Jeder Mitgliedsstaat setzt Grenzkontrollen voraus, die es nicht mehr gibt oder die er sich nicht leisten kann. Das System ist widersprüchlich und offen für Missbrauch. Im besten Fall wird die EU eine Quotenregelung wie die in den USA einführen, die auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten basiert. Das gegenwärtige System in Europa ist dazu gemacht, vor allem die anzuziehen, die herzzerreißende Geschichten zu erzählen haben, nicht jedoch jene, die sich der europäischen Gesellschaft anpassen können und wollen. Das wird geändert.

Die zweite Dimension dieser Politik, dieser optimistischen Politik, ist ein auf die Nachbarländer Europas und die gescheiterten Staaten gerichteter Interventionsplan. Er wird Entwicklungshilfe, Handel, diplomatischen Druck und, wenn nötig, ein militärisches Eingreifen vorsehen. Das ist in Europa zur Zeit tabu. Gegenwärtig entscheidet die EU über ihre Entwicklungshilfe anhand von Listen, die die Weltbank und die Vereinten Nationen bereitstellen. Die Kriterien sind vage, gelistet werden beispielsweise die hundert ärmsten Länder der Welt. Wer den Warnungen der Eule Gehör schenkt, kann nur den Eindruck gewinnen, dass Europa, geht es um die Verbesserung anderer Gesellschaften, mit seinen unmittelbaren Nachbarn anfangen muss.

Im besten Fall werden sich andere Staaten über die Zahl der Migranten, die sie produzieren, für eine Einmischung, manche sagen Einwicklungshilfe, qualifizieren. Um Argumente für diese Art der Einmischung zu haben, wird Europa die Regeln echten Freihandels respektieren. Das bedeutet, die Subvention von EU-Agrargütern einzustellen, damit Produkte aus der Dritten Welt auf europäischen Märkten fair gehandelt werden können. Entwicklungshilfe wird mit dem Ziel vergeben, den Ausstoß von Migranten zu senken. Das bedeutet nicht, dass Migranten keine Gründe mehr hätten, ihre Heimatländer zu verlassen, die politische, wirtschaftliche und humanitäre Situation einer Vielzahl von Menschen jedoch, die dazu führt, dass sie auf hoher See ihr Leben riskieren und sich in die Hände von Schmugglern begeben, um EU-Gebiet zu erreichen, wäre bei weitem nicht mehr so drückend wie derzeit. Schließlich wird die EU im besten Fall ein Assimilationsprogramm auflegen, das Lehren aus der gescheiterten Politik der Mitgliedstaaten zieht, die auf Grundlage der multikulturellen Theorie nicht-westliche Migranten zu integrieren versucht hat. Dieses Programm wird anerkennen, dass die grundlegenden Lehren des Islam die Integration erschweren. In der Praxis werden Muslime innerhalb der EU weiterhin Religionsfreiheit genießen, solange diese kostbare Freiheit nicht die Freiheit anderer einschränkt, darunter die ihrer Frauen und Kinder.

Im besten Fall wird es keine Schulen geben, die armen Kindern eine lebensfeindliche Doktrin einimpft. Außerhalb der Schule mögen Eltern sie ihre Religion lehren. Wenn ein Kind jedoch alt genug ist, wird es seine eigenen Entscheidungen treffen. Vor allem aber wird es in der Schule gelernt haben, niemandem etwas aufzuzwingen, sondern die Freiheit anderer zu respektieren. Das bedeutet eine unmissverständliche Abkehr von einer auf dem Multikulturalismus basierenden Politik. Bildung ist das beste Instrument für eine einigermaßen schnelle und effektive Integration von Migranten.

Im besten Fall werden die Politiker der EU in Mädchen und Frauen investieren, sie vor Gewalt schützen, die, welche ihre Freiheit einzuschränken suchen, bestrafen, die Frauen und Mädchen wieder und wieder dazu ermutigen, die Schule abzuschließen, sich ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und selbst über ihre Körper und Sexualität zu bestimmen.

Hoffentlich werden die Politiker der EU, in Übereinstimmung mit den Gewerkschaften, den Wohlfahrtsstaat reformieren; die Regulierungen, die zum Heuern und Feuern beitragen, werden flexibilisiert, so dass es für Migranten leichter wird, in den Arbeitsmarkt zu finden. Um der Integration willen brauchen wir strukturelle Reformen, die harte Arbeit belohnen und der Untätigkeit entgegentreten; Reformen, die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bestrafen, Reformen, die für ein Klima der Rechtsordnung und Stabilität sorgen, in dem Frauen sich nicht vor ihren Väter und Brüdern fürchten müssen, und Mädchen die Schule besuchen können, ohne dafür von Männern ihrer Gemeinschaft drangsaliert zu werden. Kurzum: wir brauchen Reformen, die Schluss machen mit jener fehlgeleiteten Politik, die Europa in seine derzeitige missliche Lage gebracht hat.

Die Visionen von Eule und Strauß sind für Europa in der Tat vereinbar, brauchen jedoch eine Menge Willens- und Führungskraft und, vor allem, die Einsicht, dass man, indem man repressive Kulturen toleriert und zu weiterer Masseneinwanderung aus islamischen Ländern ermutigt, oft eben genau jenen weh tut, denen man helfen will: misshandelten Frauen in den islamischen Ländern, jungen arbeitslosen Männern und Europäern, die in Arbeitervierteln leben und sich fragen, wie bloß alles so schief hat laufen können.

Eine fehlgeleitete Vision hat Europa in seine derzeitige missliche Lage gebracht; ein idealistische Vision, gespeist aus der Überzeugung, dass die Werte der Aufklärung den Werten repressiver Kulturen überlegen sind, eine Vision, die sich auf die Persönlichkeitsrechte, den Rechtsstaat und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gründet, kann dazu beitragen, Europa aus der Misere zu führen. Es ist möglich. Noch ist Europa nicht verloren, und Einwanderer können sich tatsächlich in eine europäische Gesellschaft integrieren.

Aus dem Englischen von Wieland Freund

Quelle: Der Islam macht es Europa nicht leicht



Aus Freiheit wächst Integration     Top

Nach dem Fall Seyran Ates: Europa muss muslimische Frauen stärken

Von Ayaan Hirsi Ali

Eine meiner Heldinnen ist Samira Ahmed, eine 24-jährige Frau mit mädchenhafter Ausstrahlung, großen, braunen Rehaugen und dunklem, lockigem Haar und einem Lächeln, das selbst die schlechtgelauntesten Gesichter dazu verführt, zurückzulächeln. Neben ihrer guten Laune ist sie wissbegierig und hat einen starken Willen, sie selbst zu sein. Sie wurde in eine Familie hineingeboren, die Marokko in den frühen 80ern verließ und sich in den Niederlanden ansiedelte. Sie ist eines von zehn Kindern.

Im Sommer 2005 war ich bei ihrer Examensfeier in einem Berufsschulkolleg in Amsterdam. Samira erhielt ein Diplom für Pädagogik und bekam die Höchstnote für ihre Examensarbeit. Als ich zu der Feier kam, sah ich eine fröhliche Klasse, insgesamt 35 Studenten, die in Gruppen um Kaffeetische herumstanden. Familie und Freunde begleiteten die meisten von ihnen, brachten Geschenke und in Cellophan eingepackte Blumen. Stolze Väter und Mütter, erregte Geschwister, die ihre Brüder und Schwestern, Freunde und Freundinnen neckten und glücklich waren, ein erfolgreiches Familienmitglied begleiten zu können.

An Samiras Tisch war dagegen niemand. Kein Bruder, keine Schwester, kein Cousin, keine Nichte oder Neffe. Zwei Jahre zuvor hatte sich Samira von zu Hause wegschleichen müssen, weil sie in einem Studentenwohnheim leben wollte wie ihre Freunde Sara und Marloes. Zu Hause teilte sie ein Zimmer mit ihren Geschwistern und hatte überhaupt keine Privatsphäre. Jede Bewegung zu Hause wurde von ihrer Mutter und ihren Schwestern beobachtet, außerhalb des Hauses hielten ihre Brüder Wache. Alle wollten verhindern, dass Samira verwestlichen könnte.

Samira war zu Hause physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Ihre Familie fand immer einen Vorwand, sie auszufragen, ihre Sachen zu durchsuchen oder ihr zu verbieten, aus dem Haus zu gehen. Sie wurde regelmäßig geschlagen. Es gab Gerüchte in ihrer Umgebung, sie habe einen holländischen Freund. Die Schläge wurden härter. Samira hielt es nicht länger aus und ging. Bald darauf, im Sommer 2003, nahm sie Kontakt zu mir auf. Ich ging mit ihr zur Polizei, um Anzeige gegen ihre Brüder zu erstatten, die gedroht hatten, sie umzubringen. Ihnen zufolge war Samiras Tod der einzige Weg, die Schande wiedergutzumachen, die sie über ihre Familie gebracht hatte, als sie das Haus ihrer Eltern verließ.

Die Polizei sagte, sie könne nichts weiter tun als eine Anzeige aufzunehmen. Es sei nicht die Aufgabe der Polizei , in Familienangelegenheiten zu intervenieren. Seit sie ihre Familie verließ, lebt Samira im Verborgenen, Samira liest ihre Schulbücher, macht ihre Hausaufgaben und gibt ihre Hausarbeiten rechtzeitig ab. Sie nimmt Einladungen zu Studentenparties von Sara und Marloes an und versucht, das Leben zu genießen.

Manchmal jedoch hat sie einen traurigen Blick, der ihre Sorgen offenbart. Heute strahlt sie, sie hält ihr Diplom fest und erwidert die Küsse ihrer Freunde. Ihre Sorgen sind aber alles andere als vorüber. Sie hat kein Geld; sie muss eine Arbeit finden. Mit ihrem marokkanischen Namen wird das alles andere als einfach. Sie lebt in der niemals endenden Angst, dass ihre Brüder sie finden und umbringen. Das ist kein Witz. Allein in zwei Polizeidistrikten der Niederlande (die Gegend um Den Haag und in Südholland) wurden zwischen Oktober 2004 und Mai 2005 elf muslimische Mädchen von ihren eigenen Familien ermordet, für „Vergehen“, die denen von Samira glichen.

Meiner Meinung nach gibt es drei unterschiedliche Kategorien von muslimischen Frauen in der niederländischen Gesellschaft. Ich nehme an, dass diese Unterscheidung auch auf andere EU-Länder mit großen muslimischen Bevölkerungen zutrifft. Da gibt es zunächst Mädchen wie Samira: mit starkem Willen und dazu bereit, ein Risiko einzugehen, um ihre eigene Zukunft nach einem von ihnen selbst gewählten Weg zu gestalten. Sie stehen vielen Hindernissen gegenüber, während sie versuchen, sich in die westlichen Gesellschaften zu assimilieren, manche werden vielleicht ihr Leben bei dem Versuch verlieren, ihre Träume zu verwirklichen.

Zweitens gibt es Frauen, die ein Doppelleben führen. Statt sich mit ihren Familien auseinanderzusetzen und mit ihnen über Traditionen zu streiten, wählen sie eine taktvollere Herangehensweise. Wenn sie bei ihrer Familie sind, setzen sie das Kopftuch auf, zu Hause gehorchen sie jedem Wink ihrer Eltern und der Männer allgemein. Außerhalb des Hauses führen sie jedoch das Leben einer normalen westlichen Frau: Sie haben einen Job, ziehen sich modisch an, haben einen Freund, trinken Alkohol, nehmen an Cocktail-Parties teil und schaffen es auch, für einige Zeit zu verreisen.

Die dritte Gruppe ist absolut verletzlich. Einige dieser Mädchen wurden als Bräute importiert oder als Haushaltshilfen aus dem Ursprungsland der Immigranten, mit denen sie dann zusammenleben. Diese Mädchen werden von der Schule genommen, sobald sie die Pubertät erreichen und zu Hause eingeschlossen. Ihre Familien kommen mit dieser modernen Form der Sklaverei durch, weil die Behörden selten Notiz von diesen Frauen nehmen. Diese Frauen können kaum lesen oder schreiben. Wenn sie heiraten, bekommen sie üblicherweise so viele Kinder, wie ihre Fruchtbarkeit es erlaubt. Wenn sie eine Fehlgeburt haben, sehen die meisten es als Gottes Wille an, nicht als Mangel an ordentlicher Gesundheitsfürsorge, die sie meist nicht in Anspruch nehmen dürfen, weil ihre Familien religiöse Einwände haben.

Die effektivste Art, wie EU-Regierungen mit ihren muslimischen Minderheiten umgehen sollten, besteht darin, die muslimischen Frauen zu stärken, die in ihren Grenzen leben. Das beste Mittel dafür ist Bildung. Doch die Bildungssysteme mancher europäischer Länder werden vernachlässigt, besonders was Einwandererkinder anbelangt. Dabei ist es so wichtig, muslimische Frauen von den Fesseln abergläubischer Vorstellungen und Traditionen zu befreien.

Europas Politiker haben das Potenzial noch nicht erkannt, das in der Befreiung der muslimischen Frau steckt. Sie vergeuden damit die beste Gelegenheit, die Integration von Muslimen innerhalb einer Generation zum Erfolg zu führen. Moralisch gesehen sind die Regierungen dazu verpflichtet, Gewalt gegen Frauen auszurotten. Fundamentalisten würde das erst klar machen, dass die Europäer ihre Verfassungen ernst nehmen. Heutzutage denken die meisten Unterdrücker einfach, dass die westliche Rhetorik über die Gleichheit von Frauen und Männern feige und verlogen ist, weil westliche Regierungen den Missbrauch von Millionen muslimischer Frauen dulden, wenn ihnen gesagt wird, das geschehe im Namen der Religion.

Muslimische Frauen wie Samira hingegen würden ihre Kinder auf ein Leben in modernen Gesellschaften vorbereiten. Diese Frauen würden Familien mit einem Partner planen, den sie sich selbst aussuchen. Sie messen Bildung einen hohen Wert bei und würden ihre Bedeutung für Kinder betonen. Sie wissen Arbeit zu schätzen und würden einen Beitrag zur Wirtschaft leisten wollen. Sie würden sich darum bemühen, die ergrauende europäische Wirtschaft mit dem Humankapital zu versorgen, das sie benötigt, anstatt die Liste der Sozialhilfeempfänger zu verlängern. Was für eine Verschwendung, dass Europa blind ist gegenüber dieser goldenen Gelegenheit, die ihm zu Füßen liegt.

Übersetzt von Clemens Wergin.

Quelle: Aus Freiheit wächst Integration



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Von Nils Minkmar

09. Februar 2006 „Ich halte Muslime nicht für Schafe. Sie etwa?“ Ayaan Hirsi Ali, die prominenteste Kritikerin des Islam, pflegt eine klare Sprache. Jeder ihrer Sätze sitzt und kommt ohne Ornament aus.

„Muslime sind vernunftbegabte Individuen. Sie müssen sich nicht hinter der islamischen Doktrin verstecken. Und sie brauchen auch keinen bevormundenden Schutz durch europäische Politiker und Intellektuelle.“ Muslime müssen keine Fahnen und Menschen verbrennen, keine Hände abhacken und keine Schwulen und Lesben ermorden. Sie können durchaus auch friedlich gegen Karikaturen vorgehen, die sie nicht mögen. Sie können demonstrieren oder klagen. Muslime, sagt Ayaan Hirsi Ali, können auch anders.

Sie wurde zur Heldin

Denn sie konnte anders. Als Tochter eines strenggläubigen Muslims aus Mogadischu, der sich aus religiösen Gründen nach Saudi-Arabien ins Exil begab, kann sie auf einen der erstaunlichsten Lebenswege der jüngsten Zeit zurückblicken, von der zwangsverheirateten, verstümmelten (beschnittenen) Tochter zu einer der meistgefährdeten Frauen der Welt. Theo van Gogh wurde wohl nur deshalb ermordet, weil der Mörder sie nicht erreichen konnte. So ist sie auch noch zur Heldin geworden.

Und nun? Ruft sie nicht zur Mäßigung auf, sondern geht einen Schritt weiter. Beschützt von einer kleinen Armee von Leibwächtern, stellt sie sich in Berlin vor die Weltpresse und lächelt. Ohne äußeres Anzeichen von Nervosität. Sie ist die Ruhe selbst. Sie ist viel zu gut erzogen und stilsicher, um den Ausdruck zu benutzen, aber die Botschaft, die sie vermittelt, ist klar: Sie hält viele europäische Politiker und Kommentatoren für Waschlappen.

Eine Stadt des Optimismus

Um Europa an seine eigenen Stärken zu erinnern, ist sie in die deutsche Hauptstadt gekommen. „Berlin ist eine Stadt des Optimismus“, erklärt sie dem guten Dutzend Kamerateams aus ganz Europa. „Hier stand die Mauer, die die Menschen in den Grenzen eines kommunistischen Staates festhielt. Hier fokussierte sich der Kampf um die Herzen und Seelen der Bürger. Dissidenten konnten hier Filme machen, Cartoons zeichnen und ihre Kreativität einsetzen, um den Westen davon zu überzeugen, daß Kommunismus weit davon entfernt war, das Paradies auf Erden zu sein.“

So sieht Hirsi Ali die Lage. So wie damals: „Heute wird die offene Gesellschaft durch den Islamismus herausgefordert. Er geht zurück auf einen Mann namens Mohammed Abdullah, der im siebten Jahrhundert lebte und als Prophet gilt. Viele Moslems sind friedliche Menschen, nicht alle sind Fanatiker. Soweit es mich angeht, haben sie jedes Recht der Welt, ihrem Glauben treu zu bleiben. Aber es gibt im Islam eine Bewegung von Hardlinern, die die Demokratie zerstören will.“ Und weiter: „Es geht in diesem Konflikt nicht um Rasse, Hautfarbe oder das kulturelle Erbe. Dies ist ein Konflikt der Ideen, der Grenzen und Rassen transzendiert.“

„Der Prophet war im Unrecht“

Hirsi Ali nennt sich eine Dissidentin (Andersdenkende). Sie kennt die andere Seite. Sie wurde als strenggläubige Muslima erzogen und war davon überzeugt, daß es gerechtfertigt sei, Salman Rushdie zum Tode zu verurteilen. „Heute glaube ich das nicht mehr. Ich glaube, daß der Prophet im Unrecht war, als er sich und seine Ideen über kritisches Denken gestellt hat. Ich glaube, daß der Prophet Mohammed unrecht hatte, als er die Frauen den Männern unterordnete. Der Prophet war im Unrecht, als er bestimmte, daß Schwule getötet werden müssen. Der Prophet war im Unrecht, als er gesagt hat, daß Abtrünnige getötet werden müssen. Er war im Unrecht, als er sagte, daß Ehebrecher ausgepeitscht und gesteinigt werden müssen. Und daß man Dieben die Hand abschlagen muß. Er war im Unrecht, als er sagte, daß die, die für Allah sterben, mit dem Eintritt ins Paradies belohnt werden. Er war im Unrecht, als er behauptete, auf seinen Ideen könne man eine gute Gesellschaft aufbauen. Der Prophet hat gute Dinge gesagt und getan. Er hat zur Barmherzigkeit ermutigt. Aber ich möchte die Position verteidigen, daß er auch respektlos und gefühllos denen gegenüber war, die anderer Meinung waren als er.“

Wir wissen, daß sie für jeden dieser Sätze neue Morddrohungen zu gewärtigen hat. Um so lächerlicher erscheinen ihr allfällige Entschuldigungen bei den radikalen Moslems oder Aufrufe zur Mäßigung. „Wer soll sich mäßigen? Die Karikaturisten haben nur ihre Arbeit getan. Solche Aufrufe, auch die Appelle an die „soziale Verantwortung der Medien“ transportieren doch nur die eine Botschaft: Haltet die Klappe. Und genau das werde ich nicht tun.“ Da strahlt sie. Sie lobt daher ausdrücklich den dänischen Ministerpräsidenten, der sich nicht entschuldigte, sondern den Protestierenden die Demokratie erklärte. Und sie kritisiert Reaktionen wie die des niederländischen Premiers Balkenende, der nach dem Mord an Theo van Gogh die Blasphemiegesetze (Gottslästerung) novellieren wollte.

Ihr Hohn gilt einem Weltkonzern wie Nestle, der sich beeilte, in Anzeigen der arabischen Welt zu versichern, keine dänische Milch zu verarbeiten und überhaupt ein schweizerisches Unternehmen zu sein. „Nestle-Schokolade wird seitdem nie mehr so schmecken wie früher, nicht wahr?“ Der Westen, sagt Hirsi Ali, hat viel zu lange islamische Diktaturen unterstützt. Der Weg hin zur offenen Gesellschaft auch in muslimischen Ländern wird lang sein, aber er ist möglich. Ihr Appell ist auch ein Glaubensbekenntnis in die Fähigkeiten der Muslime in der Welt, sich zu ändern, allein und ohne Bevormundung durch westliche Feiglinge.

Quelle: Ich werde nicht die Klappe halten



Sie wollen nur das: Im Namen Allahs Krieg führen     Top

Von Nathan Gardels 23. Februar 2009

Pakistan hat mit Islamisten einen Waffenstillstand vereinbart, der die Einführung der Scharia erlaubt. Ziel ist, einen militärischen Konflikt zu verhindern. Eine trügerische Hoffnung, sagt die niederländische Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali. Denn Vereinbarungen mit radikalen Muslimen verschaffen ihnen nur Zeit, sich auf den nächsten Krieg vorzubereiten.

Ayaan Hirsi Ali wurde vor allem durch ihr Drehbuch für den Film „Unterwerfung“ des Regisseurs Theo van Gogh bekannt, der im Jahr 2004 von einem islamistischen Fanatiker ermordet wurde. Die gebürtige Somalierin war drei Jahre lang Abgeordnete des niederländischen Parlaments, bis sie 2006 wegen des Vorwurfs falscher Angaben bei der Einbürgerung ihr Mandat niederlegte. Im Oktober 2007 kehrte sie nach knapp einem Jahr in den USA zurück in die Niederlande. Die 39-Jährige lebt an einem geheimen, sicheren Ort.

Frage: Pakistan hat mit den islamistischen Kräften im Swat-Tal eine Waffenstillstandsvereinbarung getroffen, die den Taliban die Einführung der Scharia erlaubt. Ist ein solcher Schritt richtig, selbst wenn er die Menschen- und insbesondere die Frauenrechte preisgibt?

Ayaan Hirsi Ali: Sobald die Scharia eingeführt ist, werden sich die Rechte der Frauen in Luft auflösen. Der Missbrauch von Frauen, im Swat-Tal, und, nebenbei, in ganz Pakistan, ist schon jetzt an der Tagesordnung, wird damit institutionalisiert. Pakistanische Frauen werden zur Ehe gezwungen und rechtlos nach Laune geschieden. Bildung wird ihnen verweigert, sie werden geschlagen, vergewaltigt, man spritzt ihnen Säure ins Gesicht. Erschreckende Berichte aus pakistanischen Gefängnissen1 sprechen von vielen Tausend Vergewaltigungsopfern, die eingekerkert wurden, weil ihre Aussage nicht halb so viel wert ist wie die ihrer Vergewaltiger und weil sie die vier Augenzeugen, die die Scharia verlangt, nicht beibringen können.

Nach der offiziellen Einführung der Scharia würden diese Opfer nicht länger inhaftiert, sondern ausgepeitscht und zu Tode gesteinigt. Tatsächlich werden Frauen- und Menschenrechtler unter der Scharia als Ungläubige und Kollaborateure (Mitarbeiter) von Ungläubigen stigmatisiert. Sie werden zum Schweigen gebracht oder aus der Gegend gejagt. Und auch darüber hinaus werden wir Taliban-ähnliche Zustände erleben: Das Verbot aller Formen von Unterhaltung, die Zerstörung historischer Stätten, die Demolierung von Geschäften, die Alkohol führen, die massenhafte radikalislamische Indoktrination von Kindern und jungen Leuten.

1Anmerkung: Udo Ulfkotte: „Werfen Sie doch einfach einmal einen Blick ins pakistanische Nachbarland, und zwar nach Afghanistan. Schauen wir dort einmal  in die Gefängnisse: Die meisten inhaftierten Frauen wurden zu zehn bis 20 Jahren Haft verurteilt. Welches „Verbrechen“ haben diese Frauen verübt? Sie wurden vergewaltigt. Sie haben richtig gelesen. In Afghanistan sind die meisten weiblichen Langzeithäftlinge vergewaltigte Frauen (Quelle: International Herald Tribune, 18. August 2008). Das jüngste wegen Vergewaltigung inhaftierte Mädchen ist gerade einmal 13 Jahre alt. Die Frauen und ihre im Gefängnis nach einer Vergewaltigung geborenen Kinder sitzen dort Jahrzehnte, ohne medizinische Betreuung. Das allerdings ist keine afghanische „Spezialität“, es ist ganz normal im islamischen Kulturkreis.“ Quelle: Wie man Frauen im islamischen Kulturkreis die Würde nimmt

Frage: Das Zugeständnis soll die Eskalation des militärischen Konflikts verhindern und der Unzufriedenheit in der Bevölkerung entgegenwirken.

Hirsi Ali: Die Einführung der Scharia in bestimmten Regionen Pakistans wird weder den militärischen Konflikt noch die Unzufriedenheit der Bevölkerung lindern. Wir scheinen zu vergessen, dass die Taliban durch Zugeständnisse, die ihnen die verschiedenen pakistanischen Regierungen gemacht haben, oder durch die Passivität, mit der ihnen die Welt begegnet ist, nicht gestoppt worden sind. Stattdessen wird sich der militärische Konflikt ausweiten; die Unzufriedenheit wird wachsen. In erster Linie, weil eine auf der Scharia gründende Regierung, lokal, regional oder national, die Wirtschaft nicht in Gang halten kann.

Anders als in Saudi-Arabien gibt es im Swat-Tal kein Öl, um die Bevölkerung zu unterdrücken, zu schmieren und zu besänftigen. Im regionalen und internationalen Handel werden die Mullahs keine verlässlichen Partner sein. Die Importe werden zurückgehen, und exportieren werden sie wenig mehr als Elend, Frauenfeindlichkeit und Terror. Die schon jetzt raren Arbeitsplätze werden verschwinden, die Verbrechensrate wird steigen. Und die Unzufriedenheit wird wachsen, wenn die Menschen Hunger leiden. Wahrscheinlich wird die Gesellschaft in verschiedene Stämme zerbrechen, von denen jeder behauptet, das göttliche Recht auf seiner Seite zu haben. Und im Bemühen, von ihrer wirtschaftlichen Inkompetenz abzulenken, werden die Mullahs in die militärische Konfrontation mit einer schwachen und zerrissenen pakistanischen Regierung flüchten. Sie werden ferner die Verbindung zu ihren Taliban-Freunden in Afghanistan suchen und auch dieses Land destabilisieren. Die militärische Eskalation wird im Gegenzug den Stämmen, die nach der Scharia rufen, Legitimität verleihen.

Frage: Wie wird man Ihres Erachtens in der Region reagieren?

Hirsi Ali: Der Iran, das schwarze Schaf der Welt, wird, obwohl schiitisch, die Islamisten im Swat-Tal umgarnen, wenn er das nicht schon tut. In Anbetracht der aktiven iranischen Unterstützung von Hisbollah, Hamas und al-Qaida im Irak, die stets dem Ziel dient, amerikanische Interessen zu durchkreuzen, wird dieses neue „Zugeständnis“ auf den Fluren der Macht in Teheran gewiss mit Jubel quittiert.

Frage: Gibt es einen besseren Weg, die Rechte der Frauen durchzusetzen, als pakistanische Truppen zu entsenden und US-Drohnen loszuschicken, die nur den Unmut schüren?

Hirsi Ali: Ich bin davon überzeugt, dass die Durchsetzung von Menschenrechten in der Region mit allen effektiven Mitteln der langfristigen nationalen Sicherheit der USA und des Westens im Allgemeinen dient. Frauen vor den Konsequenzen der Scharia zu schützen und sie auszubilden ist nicht allein eine moralische Frage; es ist die beste Garantie gegen die Ausbreitung des radikalen Islams in dieser Region und anderen Regionen, die für die Sirenengesänge der Scharia empfänglich sind. Anderslautende Vorstellungen sind naiv und illusorisch.

Frage: Auch im Fall Pakistans deutet sich Obamas neuer Pragmatismus an: General Petraeus hat von Verhandlungen mit den Taliban und lokalen Warlords gesprochen, US-Verteidigungsminister Gates hat gesagt, man solle von der Idee eines demokratischen Paradieses in Afghanistan Abstand nehmen. Was bedeutet dies aus frauenrechtlicher Perspektive?

Hirsi Ali: Er bedeutet nicht viel, was nicht auch schon vorher probiert worden wäre. „Pragmatisch“ ist das nur auf kurze Sicht. Es handelt sich um einen Ansatz, der al-Qaida allein als militärische Bedrohung begreift und die Rolle ihrer im Islam verwurzelten Ideologie herunterspielt. Die Idee ist, al-Qaida wie die IRA oder die baskische Guerilla in Spanien so lange zu zermürben, bis sie eines natürlichen Todes stirbt. Dabei vergessen die Politiker jedoch, dass sie, damit der Prozess des „Zermürbens“ greift, die ideologische Schlacht gewinnen und, ja, Bushs Diagnose war richtig, lebensfähige demokratische Gesellschaften schaffen müssen, die sich gegen das Programm der Aufständischen entscheiden.

Die irische oder die spanische Gesellschaft nach Franco wurden mit antiseparatistischer Propaganda überschwemmt; ihre Wirtschaft wurde mit EU-Geldern angekurbelt, bestehende demokratische Institutionen wurden gestärkt, andere aufgebaut. Vor allem aber haben die spanischen und britischen Behörden in die Herzen und Köpfe der Jugend investiert, durch gute Bildung und durch Beschäftigung, und so unmittelbar mit den Separatisten konkurriert und den separatistischen Brunnen der Rekrutierung ausgetrocknet. Das Swat-Tal aufzugeben heißt, den Scharia-Fanatikern unbegrenzte Möglichkeiten der Rekrutierung zu eröffnen, die nur noch größer werden, wenn junge und immer jüngere Mädchen dazu gezwungen werden, sich in Babymaschinen zu verwandeln. Pragmatismus ohne Prinzip und ohne Vision ist kein Pragmatismus, sondern bloß alltagspolitisches Durchwursteln.

Frage: Ist der neue pakistanische Waffenstillstand mit den Swat-Aufständischen nun eine „Kapitulation“ oder ein „Zugeständnis“?

Hirsi Ali: Ich zweifle nicht daran, dass dieses „Zugeständnis“ von den Mullahs als Kapitulation gefeiert werden wird, da Allah immer auf ihrer Seite ist. Die Ironie ist die: In der Vergangenheit haben „Zugeständnisse“ radikale Muslime nie davon abgehalten, den Westen direkt anzugreifen. Sie haben sie auch nie davon abgehalten, so verwerfliche Regime wie die saudische Monarchie oder Diktaturen wie in Algerien, Syrien und Ägypten anzugreifen, wenn diese ihrer Ideologie nachgegeben und sie an der Macht beteiligt haben.

Die militanten Muslime werden nach dem sogenannten Zugeständnis den richtigen Moment abwarten, sich neu formieren, weiter missionieren und Geld sammeln, ihre Machtbasis verbreitern und dann zuschlagen. In der islamischen Theologie ist viel vom „Gradualismus2“ als effektivem Weg zur Macht die Rede. Die Botschaft lautet: in harten Zeiten durchhalten, genau wie der Prophet, und Waffenruhen vereinbaren, die halten, bis man stark genug ist, um im Namen Allahs erneut Krieg zu führen.

2Unter Gradualismus versteht man die Grundannahme, dass alle Veränderungen allmählich, in kleinen Schritten, vor sich gehen.

Quelle: Sie wollen nur eins: Im Namen Allahs Krieg führen



Wir müssen den Islam besiegen     Top

Auszug aus einem Interview des Reason Magazine mit Ayaan Hirsi Ali, Ausgabe November 2007: (Vollständiges englisches Interview siehe unten: The trouble is the west)

Reason: (Wenn Sie sagen, dass der Islam besiegt werden muss,) meinen Sie damit nicht den radikalen Islam?

Hirsi Ali: Nein, ich meine den Islam. Punkt. Wenn er erst einmal besiegt ist, könnte er durchaus zu etwas Friedlichem werden. Doch derzeit ist es schwierig, von Frieden auch nur zu sprechen. Diese Leute haben kein Interesse an Frieden.

Reason: Wir sollen die 1,5 Milliarden Muslime auf der Welt sozusagen unter unserem Stiefel zerdrücken? Was meinen Sie konkret damit, den Islam zu „besiegen“?

Hirsi Ali:
Ich glaube, dass wir uns im Krieg mit dem Islam befinden und im Krieg gibt es keine Kompromisse. Der Islam kann auf viele Arten besiegt werden, für den Anfang könnte man die weitere Verbreitung dieser Ideologie unterbinden. Gegenwärtig konvertieren viele Menschen im Westen zum Islam und häufig sind dies die gefährlichsten Fanatiker. Der Islam infiltriert westliche Schulen und Universitäten. Das gilt es zu unterbinden, wie es auch das Verbrennen von Flaggen und Puppen zu unterbinden gilt. Wir müssen ihnen in die Augen sehen, die Muskeln spielen lassen und sagen: „Dies ist eine Warnung, wir werden das nicht länger hinnehmen.“ An einem gewissen Punkt kann man den Feind so besiegen.

Reason: Militärisch besiegen?

Hirsi Ali:
In jeder Hinsicht besiegen. Und wenn wir das nicht tun, dann müssen wir mit der Konsequenz leben, selbst besiegt zu werden.

Reason: Ist die Lage wirklich so ernst?

Hirsi Ali:
Ich glaube sehr wohl, dass die Lage so ernst ist. Sie ist so ernst, weil der Westen zu lange geleugnet hat, dass wir ein Problem haben. Er hat es versäumt, auf jene Anzeichen zu reagieren, mit denen man noch leichter und schneller hätte umgehen können. Nun stehen wir vor der Wahl. Das Dilemma ist: die westliche Zivilisation zelebriert das Leben, das Leben eines jeden Einzelnen, sogar das Leben unserer Feinde. Wie also kann man diese Moral hochhalten und sich gleichzeitig gegen einen Gegner verteidigen, der darauf aus ist, uns zu vernichten?

Reason: George W. Bush, sicherlich nicht die versöhnlichste Figur der Weltpolitik, hat zu verschiedenen Anlässen betont, dass wir uns nicht im Krieg mit dem Islam befinden.

Hirsi Ali:
Wenn der mächtigste Mann des Westen dies sagt, dann gibt er den radikalen Muslimen ungewollt das Gefühl, sie hätten bereits gewonnen. Es gibt keinen moderaten Islam. Es gibt Muslime, die passiv sind und nicht allen Regeln ihrer Religion folgen, aber es gibt tatsächlich nur einen einzigen Islam, definiert als die Unterwerfung unter den Willen Allahs. Daran ist nichts Moderates zu finden.

Reason: Wenn also ein hartgesottener Islamkritiker wie Daniel Pipes (amerikanischer Autor und Publizist) sagt: „Der radikale Islam ist das Problem, aber der moderate Islam ist die Lösung“, liegt er dann falsch?

Hirsi Ali: Ja, da liegt er falsch, so leid es mir tut.

Reason:
Trifft es zu, dass Sie in den Niederlanden ein spezielles Zulassungsverfahren für Koranschulen einführen wollten?

Hirsi Ali:
Ich wollte diese Schulen loswerden. Ich wollte, dass sie alle geschlossen werden, aber meine Partei meinte, das würde nicht funktionieren. Spitzenfunktionäre der Partei äußerten mir gegenüber im privaten Rahmen ihre Zustimmung, aber sie sagten auch: „Dafür werden wir keine Mehrheit bekommen.“, also lief es ins Leere.

Reason: Nun, ihr Vorschlag verstieß wohl gegen Artikel 23 der niederländischen Verfassung. Darin wird religiösen Einrichtungen das Recht garantiert, Kinder in den eigenen Schulen zu unterrichten, und dass die Regierung dafür aufkommen muss, sofern minimale Anforderungen erfüllt werden. Ihr Plan konnte also nicht durchgeführt werden.

Hirsi Ali: Oh, ja.

Reason: Hier in den Vereinigten Staaten würden Sie eintreten für die Abschaffung…

Hirsi Ali: …der Koranschulen. Alle sofort schließen. Ja, das mag absolutistisch klingen, aber die Zeiten haben sich in den letzten zehn Jahren geändert, nun hat der Jihad sein wahres Gesicht gezeigt. Ich habe dies in Australien, in Großbritannien und anderswo gesagt, und überall erhalte ich dieselbe Antwort: Die Verfassung erlaubt ein solches Verbot nicht. Wir müssen uns aber die Frage stellen, woher diese Verfassungen stammen, wie verlief zum Beispiel die historische Entwicklung des Artikels 23 in den Niederlanden? Es gab keine Koranschulen als die Verfassung geschaffen wurde, es gab keinen Jihad. Man hatte ja keine Ahnung…

Quelle: Wir müssen den Islam besiegen



Ich bin ein Teil des Kampfes der Kulturen     Top

31. Jänner 2007

Islamkritikerin Hirsi Ali warnt im Interview vor Islamisten, die nach der Macht greifen: „Wir müssen dies stoppen.“

Die Islamisten greifen nach der Macht, behauptet Ayaan Hirsi Ali. Mit der Islamkritikerin sprach Rainer Wandler in Madrid bei der Vorstellung ihres Buches „Mein Leben, meine Freiheit“.

Frage: Der Karikaturenstreit, die Proteste gegen die Papstrede, die Debatte über das Kopftuch, die extremistische Gewalt, ist der „Kampf der Kulturen“ nicht längst Bestandteil unseres Lebens?

Hirsi Ali: Ja, wir stehen mitten in einem Konflikt der Wertesysteme. Tony Blair spricht von einem „unkonventionellen Krieg“, von einem „Krieg um Werte“ zwischen den Menschen, die die Freiheit lieben, die freie Individuen wollen, und denen, die die Welt dominieren wollen, in dem sie die Religion dazu nutzen.

Diejenigen, die die Freiheit wollen, müssen in letzter Konsequenz bereit sein, für die Verteidigung dieser Freiheit zu sterben. Dann können wir diesen Krieg gewinnen.

Frage: Wenn Sie von Krieg reden, arbeiten sie damit nicht genau den Radikalen zu, die sich selbst im Krieg wähnen?

Hirsi Ali: Der Konflikt existiert, ich rede ihn nicht herbei. Wir reagieren. Unsere Botschaft muss lauten: Ihr könnt unsere Werte teilen, aber wenn ihr sie zerstören wollt, dann werden wir uns verteidigen.

Frage: Die erste Generation islamischer Einwanderer kam nach Europa auf der Suche nach einem besseren, aber auch freieren Leben. Es sind die Jungen, die sich von radikalen Ideen angezogen fühlen. Ist die Integration gescheitert?

Hirsi Ali: In vielen Ländern ist die Integration gescheitert. Das liegt daran, dass nie jemand den Immigranten und deren Kindern erklärt hat, dass sie eine Menge Rechte bekommen, aber damit auch eine Menge Pflichten verbunden sind. Doch unser Problem hat nur bedingt mit der Immigration zu tun.

Wir stehen einer breiten totalitären Bewegung gegenüber, die versucht, überall reelle Macht zu bekommen: in den Regierungen, den Gewerkschaften, den Universitäten bis hinunter zu den Familien. Sie wollen die Menschen beeinflussen, damit sie einen Islam leben, der nach einem Staat strebt, der auf den islamischen Idealen basieren soll. Wir müssen dies stoppen.

Frage: Wie soll das gehen?

Hirsi Ali: Wir müssen ganz klar verteidigen, wofür wir stehen. Und dann können wir hingehen und sagen: Okay, ein Teil des Problems ist die Immigration. Also erlauben wir nur denen nach Europa zu kommen, die unsere Regeln und Werte verstehen und annehmen.

Frage: Und die radikalen Muslime, die bereits hier sind, sollen sie ausgewiesen werden?

Hirsi Ali: Wir können nur einen Teil ausweisen. Viele haben bereits die Staatsangehörigkeit. Das war bisher viel zu leicht. Die Staatsangehörigkeit muss künftig ein gesellschaftlicher Vertrag sein. Wer unseren Werten zustimmt, wer politisch loyal ist, sagt das. Andernfalls gibt es keine Staatsangehörigkeit. Und sobald sie beginnen, unser System auszuhöhlen, werden sie abgeschoben.

Frage: Es ist viel von einem europäischen Islam die Rede. Ist der Islam reformierbar?

Hirsi Ali: Ja, wenn die Menschen, die sich als Muslime begreifen, willens sind, den Koran endlich als Buch zu akzeptieren, das von Menschen geschrieben wurde und nicht das Wort Gottes ist. Und wenn sie einsehen, dass der Prophet Mohammed im 21. Jahrhundert nicht für alles ein Vorbild ist, keinesfalls dafür, wie Frauen und Individuen im Allgemeinen behandelt werden.

Frage: Sie leben jetzt in den USA und arbeiten in einem republikanischen Thinktank (Denkfabrik). Damit haben sie ihren Kritiker-Status abgelegt, sie nehmen direkt an diesem Konflikt teil.

Hirsi Ali: Ich bin Teil des Kampfes der Kulturen. Ich stamme aus der archaischen islamischen Zivilisation und habe begriffen, dass die Zivilisation der Freiheit, der Kritik, des Fortschritts besser ist. Sicher hat der Westen in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Aber die freie Gesellschaft mit ihren Institutionen ist wichtiger als alles andere.

Frage: Und die USA sind Ihr Vorbild?

Hirsi Ali: Die USA müssen unser Anführer sein. Ich will in keiner Welt leben, die von China, den arabischen Ländern oder Russland angeführt wird.

Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali (37), geboren in Mogadischu, entzog sich 1992 einer Zwangsheirat und erhielt Asyl in den Niederlanden, wo sie Abgeordnete war und einen Film mit dem später ermordeten Theo van Gogh drehte.

Quelle. Ich bin ein Teil des Kampfes der Kulturen



Die schleichende Scharia     Top

Ayaan Hirsi Ali im Interview

Für eine Reform des Islam: Ayaan Hirsi Ali

04. Oktober 2006: Es wäre erwachsener, sich gegenseitig die Wahrheit zu sagen: Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali im Interview über eine Reform der Religion, den Fluch des Öls, despotische Regimes und die Verbannung von Sparschweinen.

Wir möchten mit ihnen darüber reden, wie wir über den Islam reden. Wenn Sie sich den westlichen Diskurs über den Islam anschauen, was läuft da richtig, was läuft schief?

Richtig finde ich, daß es überhaupt eine derart breite Diskussion gibt, wie wir Sie jetzt haben. Das war nicht immer so. Schief läuft meiner Meinung nach, daß diese Diskussion noch immer eine taktische ist. Im Westen wird die Auseinandersetzung mit dem Islam weitgehend strategisch geführt. Bevor man fragt, was Sache ist, wird gefragt, was das für Auswirkungen haben könnte, wenn man zur Sache kommt. So gehen die Inhalte im Taktischen unter. Man wird das Gespräch differenzierter führen müssen.

Ich unterscheide grundsätzlich zwischen der Philosophie des Islam und den Muslimen. Ich rede nicht über die Muslime, sondern über die Religion. Und da steht für mich fest, daß der Islam mit der liberalen Gesellschaft, wie sie sich im Gefolge der Aufklärung herausgebildet hat, nicht vereinbar ist. Wenn man diese Feststellung für plausibel hält, dann ist es nur richtig, die Muslime auch damit zu konfrontieren. Statt dessen verirren sich die Debatten im Taktischen, alles Problematische wird in Nebel gehüllt und am Ende läßt man sich darauf ein, zu sagen: Der Islam ist Frieden, Mitgefühl, Barmherzigkeit. Weil man Mitleid mit Minderheiten hat, die im Alltag nicht selten massiven Diskriminierungen ausgesetzt sind, glaubt man, es sei besser, die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Das ist falsch. Es wäre erwachsener, sich gegenseitig die Wahrheit zu sagen.

Tausende von Migranten sind nach Europa gekommen. Aber Europa ist nicht bloß ein Wirtschaftsraum, sondern teilt auch gewisse Werte. Also ist es nur folgerichtig, den hier lebenden Muslimen zu sagen: Wenn ihr hier lebt, müßt ihr euch an gewisse Spielregeln halten, das Gesetz achten und Toleranz üben und zwar ganz egal, ob euch euer Prophet oder euer heiliges Buch etwas anderes vorschreiben.

Der Islam, nicht die Muslime sind das Problem, sagen Sie. Hängt die Vereinbarkeit also davon ab, daß sich die Muslime nicht an den Islam halten?

In gewisser Weise ja. Nehmen Sie ein paar Beispiele: Im Islam beginnt das Leben erst im Jenseits. Sie müssen sterben, um zum Leben zu gelangen. In unseren Rechtsstaaten schützt der Staat das Leben. Dazu verpflichten ihn die Gesetze, und die Gesetze werden vom Volk gemacht. Das ist ein vernünftiger Aufbau, eine säkulare Verfassung. Im Islam gibt es so etwas nicht. Der Islam anerkennt individuelle Rechte nicht als Wert an sich. Man unterwirft seinen Willen dem Willen des Propheten und erhält erst dadurch Rechte und Pflichten.

Im Islam ist eine Unterscheidung zwischen religiösem und öffentlichem Bereich undenkbar. Alles ist im Koran und im Hadith festgeschrieben, und jede Form des Wissens, die nicht diesen beiden Büchern entspringt, ist haram, unrein. Das erklärt auch, warum die arabischen Staaten so wenig Forschung und Wissenschaft betreiben, so wenige Bücher übersetzen. In liberalen Gesellschaften sind Bildung und Wissenschaft keine Ableitungen der Religion. Wenn Sie in liberalen Gesellschaften einem Wissenschaftler widersprechen möchten, brauchen sie eine bessere Theorie, stichhaltigere Belege. Und wenn die nicht gut genug sind, gehen sie eben nach Hause und lecken ihre Wunden, aber sie gehen nicht los und töten den anderen, wie es die Philosophie des Islam vorschreibt, auch wenn sich zum Glück nicht alle Muslime daran halten. Wenn sie aber dem Propheten Mohammed widersprechen, dann gibt es keinen Spielraum mehr, dann ist jeder gegen Sie, und sie werden mit Drohungen überschüttet. Ich könnte immer weiter aufzählen: Das Thema Homosexualität zum Beispiel oder der Umgang mit den sogenannten Nichtgläubigen. Ungläubige müssen der Dahwa (Predigt, Mission) ausgesetzt werden, erst freilich der Predigt. Wenn sie die aber ablehnen, tritt die sechste Verpflichtung, der Jihad (Heilige Krieg) in Kraft. Das ist eine wesentlicher Bestandteil des Islam, der natürlich völlig inakzeptabel ist.

Der Islam hat viele gute Seiten. Aber das ist ein anderes Thema. Es muß möglich sein, in einer getrennten Diskussion nur über solche Aspekte zu reden, die mit einer liberalen Verfassung unvereinbar sind.

Man hört oft die Formel, der Islam werde von Terroristen mißbraucht. Dem würden sie also widersprechen?

Ja. Das ist kein Mißbrauch. So wurde uns der Islam überliefert. Jeder Schüler lernt, daß Islam die Unterwerfung unter den Willen Gottes bedeutet. Dann wird er fragen: Wo finde ich denn den Willen Gottes? Dann stößt er auf Koran und Hadith. Und was man dort dann wortwörtlich liest und auswendig lernt, hat eben mehr mit Bin Ladin zu tun als mit den schönen Worten europäischer Islamreformer. Darum hat Bin Ladin so viele Anhänger, jeder Muslim kann das nachvollziehen.

Aber nur eine Minderheit der Muslime bekennt sich doch zu Bin Ladins Taten - glücklicherweise.

Das stimmt. Darum verfolge ich eine umgekehrte Argumentation: Ich glaube, Bin Laden beruft sich zu Recht auf die Religion. Darum müssen wir, wenn wir diese Gewalt verurteilen und verabscheuen, die Religion ändern. Leider fehlt es dazu an notwenigen Führungspersönlichkeiten, wir haben im Islam eine Krise der theologischen Autoritäten und zwar nicht zuletzt deswegen, weil der Prophet keine Nachfolger hatte beziehungsweise alle ermordet wurden.

In einer Fernsehdiskussion am Sonntag erklärte der Generalsekretär des Zentralkomitees der Muslime in Deutschland, Dschihad heiße im Grunde nichts anderes, als „den inneren Schweinehund zu überwinden“.

Der Betreffende hat nur einen Teil der Wahrheit dargestellt. Die erste Stufe von Dschihad meint tatsächlich den inneren Kampf, die eigene Unterwerfung zu bewerkstelligen, also fünfmal am Tag beten, den Koran lesen, am Ramadan fasten und nach Mekka pilgern. Dann gibt es die Stufe der Mission, friedlich zuerst. Aber die problematische Dimension des Dschihad ist dann erst die nächste Stufe. Sie folgt dem Koran, der sagt, Friede sei erst dann möglich, wenn alle dem Glauben unterworfen sind. Wenn der von Ihnen zitierte Islam-Vertreter ehrlich wäre, müßte er sagen: Letzteres schreibt uns unsere Religion vor, aber wir werden es nicht tun. So wird die Frage nach der Friedlichkeit des Islam zu einer Frage des Vertrauens. Hier im Westen nehmen die Leute erst einmal an, die Aussage eines Gesprächspartners sei auch so gemeint. Die Generalunterstellung ist erst einmal die, daß man sich die Wahrheit sagt. Im arabisch-islamischen Raum ist das nicht unbedingt so, denn es gibt keine Notwendigkeit, einem Ungläubigen gegenüber wahrhaftig zu sein. Es führt nicht weiter, an diesen fundamentalen Punkt nicht rühren zu wollen.

Wie erfolgreich ist Ihrer Meinung nach der Dschihad in Europa?

Ich spreche von der schleichenden Scharia. Die Untergrabung der freiheitlichen Gesellschaft ist ein Prozeß in mehreren Stufen. Wenn es in holländischen Gremien um das Für und Wider einer bestimmten öffentlichen Aktdarstellung geht, sprechen sich die muslimischen Vertreter immer dafür aus, die Darstellung verschwinden zu lassen. Vor zehn Jahren wären solche Debatten in Holland noch unvorstellbar gewesen. Oder nehmen Sie die Situation in manchen Gegenden Frankreichs. Dort gibt es manchmal nur noch einen Supermarkt, einen islamischen, in dem kein Schweinefleisch und kein Alkohol zu haben ist. Dort muß man nun also mit dem Bus fahren, wenn man eine Flasche Wein kaufen will. Und in Großbritannien geht es nun soweit daß die Sparkassen keine Sparschweine mehr aufstellen, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen, für die Schweine ja unrein sind. Das ist eben die schleichende Scharia. Sie zeigt ihr vollständiges Gesicht erst in den Gesellschaften, in denen die Muslime in die Mehrheit gekommen sind.

Der Genfer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan verspricht einen friedlichen Euro-Islam, will die Freiheitsrechte für Frauen garantieren. Was halten sie von ihm?

Ramadan sagt, was wir alle hören wollen. Ich habe seinen letzten Text über den Papst gelesen. Im ersten Absatz verurteilt er die gewalttätigen Proteste, schreibt, Muslime dürften sich darüber nicht in dieser Form aufregen. Da dachte ich: Wow! Musik in meinen Ohren. Aber wenn man dann weiterliest, fällt auf, was er nicht sagt. Ramadan weicht konsequent der Auseinandersetzung um die aufgeworfene Gewaltfrage aus. Das finde ich nicht in Ordnung. Er gehört für mich zu den Vertretern des Islam, die die Diskussion einäugig führen möchten. Die einfach weglassen, was nicht in die friedliche Wunschvorstellung paßt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie er bei einer derart einseitigen Argumentation irgendjemanden überzeugen will, daß Islam und westliche Lebensweise zu versöhnen wären. Es muß doch nur eine junge muslimische Frau ankommen und sagen: Ich möchte mit einem nicht beschnittenen Nicht-Muslim zusammenleben. Da würde die Vision des Euro-Islam schon erste Kratzer kriegen. Ramadan redet über den Islam, wie er sein sollte, nicht über den Islam, wie er ist. Man kann aber kein ehrliches Gespräch auf der Basis von Verdrängungsleistungen führen.

Wie stellen Sie sich denn eine Reformation des Islam vor?

Der Ausgangspunkt muß der Prophet sein. Er hat sich selbst als Bote Gottes bezeichnet. Er ist nicht gottgleich, sondern fehlbar, eben ein Mensch, der Gottes Wort verkündet. Wir sollten also alle mit den Menschenrechten vereinbaren Bestandteile seiner Lehre behalten, aber den Rest eben in seinem historischen Kontext, der arabischen Halbinsel des siebten Jahrhunderts belassen. Der zweite Schritt wäre festzustellen, daß auch der Koran nicht von Gott stammt, sondern 150 Jahre nach dem Tod Mohammeds von Menschen verfaßt wurde. Darin stehen viele Dinge, die wir heute überwinden sollten. Die Menschheit hat sich schließlich seitdem enorm entwickelt. Und der dritte Punkt ist die Sexualdoktrin. Ich spreche vom Dogma der Jungfräulichkeit vor der Ehe. Wenn wir das überwinden, werden die Frauen frei sein.

Wie steht es mit der Apostasie (dem Austritt aus dem Islam) im Islam? Kann man austreten?

Wenn man es leise tut, schon . . .

Also nicht öffentlich, so wie Sie.

Nicht so wie ich, genau. Aber die neuste Mode ist ja, etwa in Ägypten, daß mißliebige Intellektuelle gegen ihren Willen aus der Umma ausgeschlossen werden. Dann werden sie zwangsgeschieden und zum Abschuß freigegeben.

Sie stehen nun schon seit einigen Jahren im Zentrum der Kontroverse, haben jede Menge Feinde, aber auch Anhänger. Sind Sie ein Vorbild für andere aus der islamischen Gemeinschaft?

Nein, ich rüttele bloß am Baum. Man kann mich nicht Vorbild nennen. Vorbilder wird es erst in der nächsten Generation geben Wir sind da noch ganz am Anfang. Es gibt aber in den Niederlanden eine leidenschaftliche Diskussion und schon wichtige junge islamische Autoren und Intellektuelle. Ich stehe zwar am Ausgangspunkt der Debatten, mit der Frage: Bist Du auf ihrer Seite oder nicht?, dann aber kommt die Debatte auch auf die eigentlichen, inhaltlichen Fragen. Diese Debatte innerhalb der muslimischen Gemeinschaft müssen wir unterstützen und fördern, statt auf alte Männer mit Bärten und Kopfbedeckung zu hören, die uns doch nur mit Friedensillusionen einlullen, staatliche Unterstützung erbitten und versichern, sie hätten die Jugend im Griff, während dieselbe Jugend zum selben Zeitpunkt Straßenschlachten veranstaltet.

Leider ist die saudi-arabische Regierung, die einen rückständigen Islam verbreiten läßt, ein sehr enger Verbündeter des Westens und insbesondere auch der Vereinigten Staaten, wo Sie heute leben.

Das ist ein großes Problem. Wenn die Globalisierung so weiter voran schreitet, wird sich der Westen von solchen Verbündeten trennen müssen. Bin Ladin trifft natürlich einen richtigen Punkt, wenn er den Westen für die Unterstützung von Tyrannenstaaten verurteilt. Wir unterstützen Ägypten, die Saudis, Jordanien, Pakistan und die Golfstaaten*. Das sind alles keine Rechtsstaaten und keine Demokratien. Diese ganze sogenannte realistische Außenpolitik in der Tradition von Henry Kissinger war ein Desaster. Jetzt haben wir dort despotische Regime mit einer ungebildeten, jungen arbeitslosen Bevölkerung, die der Religion hilflos ausgesetzt ist. Sie können dort nicht von einem Tag auf den anderen das Mehrheitswahlrecht einführen. Dazu gehört erst einmal das freie Individuum, das sich informiert, das weiß, worüber es abstimmt. Das wird in diesen Ländern nicht so schnell gehen.

*Als Golfstaaten werden die Staaten bezeichnet, die sich am persischen Golf, bzw. am Golf von Oman befinden. Teile davon befinden sich auch im Indischen Ozean. Zu diesen Staaten zählen: Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, die Arabischen Emirate, Bahrain und Katar, Oman und der Jemen.

Oder wenn, dann kommt es zu einem Wahlerfolg der Hamas.

Auch so ein Punkt. Statt die Hamas mal regieren zu lassen, eine Verwaltung betreiben zu lassen, wo sie recht schnell in Konflikte mit ihrer Scharia geraten würde, hilft die Europäische Union, die Widersprüche aufzulösen, in dem sie zahlt, so daß die Hamas das Geld nur zu verteilen braucht. Wir nennen die Hamas völlig zurecht eine kriminelle Vereinigung, aber werfen ihr auch noch das Geld hinterher! So halten wir die Palästinenser und die anderen arabischen Bevölkerungen in erbärmlichen und rückständigen Verhältnissen.

In den Vereinigten Staaten kursiert das Argument, die Amerikaner zahlten doppelt, sowohl für teures Benzin, das die islamischen Despoten stützt, als auch für den Militärhaushalt.

Das trifft zu. Öl war ein Fluch für die ganze Region. Nehmen sie nur Nigeria, früher kein islamisches Land, dort wurde nun, auf der Woge der Öleinnahmen, ebenfalls die Scharia eingeführt. Wir müssen vom Öl loskommen.

Sie wirken, seit Sie die Niederlande verlassen haben, am American Enterprise Institute, das den Republikanern nahesteht. Wie bewerten Sie den Irak-Krieg?

Diese Idee, in ein Land hineinzugehen und in zwei Jahren Demokratie herzustellen, war eine naive Utopie. Nun aber wird Amerika den Irak nie verlassen. Das wird noch Generationen dauern. Und langfristig, mal sehen. Indien, das sich nun zu einer prosperierenden (florierenden) Demokratie entwickelt, war auch die Kolonie, um die sich die Briten am längsten kümmerten.

Alles, was Sie sagen, läuft auf die Notwendigkeit einer theologischen Reform des Islam hinaus. Nun spricht aber nicht nur Navid Kermani* von einer akuten Krise der islamischen Theologie, einer Krise, die der Reform im Wege steht.

Ja. Da Mohammed in einer Stammesgesellschaft gewirkt hat und Krieg und Schlachten da große Themen waren, ist der Islam eine Religion der Sieger. Das ist natürlich mit den heutigen Fakten nur schwer zu versöhnen. Und eine Religion von Siegern braucht auch keine Theologie. Ich halte diese ganze Frage der fehlenden theologischen Autorität allerdings für die große Sollbruchstelle des Islam.

*Navid Kermani ist ein deutsch-iranischer Schriftsteller und promovierter Islamwissenschaftler. Er ist Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Navid Kermani wurde als Sohn iranischer Eltern 1967 in Siegen geboren.

Das Gespräch führten Christian Geyer und Nils Minkmar

Quelle: Die schleichende Scharia



Ayaan Hirsi Ali: „Islamophobie? Ein Gag!“      Top

Gerade erhielt sie den Axel-Springer-Ehrenpreis für ihren Mut: Ein Gespräch mit der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali.

Von Andrea Seibel - 12.05.2012

Am Donnerstagabend erhielt die Islamkritikerin und Publizistin Ayaan Hirsi Ali den Freiheitspreis des Verlags Axel Springer, den ihr Verlegerin Friede Springer in Berlin überreichte; die Verleihung fand im Rahmen des Axel-Springer-Preises statt, der als wichtigste Auszeichnung für Nachwuchsjournalisten im deutschsprachigen Raum gilt. Ali, deren Familie sie genital verstümmeln ließ und zwangsverheiraten wollte, war einst aus Somalia geflohen und hatte in den Niederlanden nicht nur Asyl gefunden, sondern auch Heimat.

Als Parlamentsabgeordnete kritisierte sie den laschen Umgang der Politik mit integrationsunwilligen Muslimen und erhielt Morddrohungen. Die Stimmung drehte sich gegen sie, weil man ihr vorwarf, bei den eigenen Einwanderungsangaben geschummelt zu haben. 2006 ging sie nach Amerika ans konservative Free Enterprise Institute. Die so fragile wie furchtlose Frau ist mit dem britischen Historiker Niall Ferguson verheiratet. Er brachte ihr kurz vor der Preisverleihung ihr kleines Schwarzes samt High Heels. Sie lachte und sagte: „Thank you, darling sweet.“ Man denkt an Leonhard Cohens „She called it love, I called it service“.

Frage: Gerade las ich erneut das „Manifest der 12“ [1], in dem Sie 2006 gemeinsam mit Bernard-Henri Lévy, Salman Rushdie und Irshad Manji den Islamismus als neuen Totalitarismus bezeichneten. Und heute?
[1]  Das „Manifest der 12“ ist ein Manifest von zwölf überwiegend aus dem islamischen Kulturkreis stammenden Intellektuellen, das sich gegen den Islamismus als „neue weltweite totalitäre Bedrohung“ richtet und am 1. März 2006 in der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Reaktion auf die Kontroverse um die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht wurde. Zu den prominentesten Unterzeichnern zählen Ayaan Hirsi Ali, der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie sowie der französische Publizist Bernard-Henri Lévy.

Am 2. November 2011 wurde auf die Redaktionsräume des Magazins in Paris ein Brandanschlag mit möglicherweise islamistischem Hintergrund verübt. Der Anschlag könnte Medienberichten zufolge in Verbindung mit dem Abdruck Mohammed auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe gestanden haben. (siehe: Paris: Morddrohungen von Islamisten - Brandanschlag auf Satiremagazin)
Ayaan Hirsi Ali: Die Islamisten übernehmen die Macht im Mittleren Osten, das hat sich geändert! Es ist sehr traurig, dass sie die Wahlen in Tunesien und Ägypten gewonnen haben, dass sie Libyen kontrollieren. Die schlechten Nachrichten kriegt man schnell zusammen, und die guten? Immerhin: Menschen sind aufgestanden gegen die Diktatoren. Zwar wählen sie die Islamisten, aber es ist ihre Wahl, und mit den Konsequenzen müssen sie leben und können nicht mehr die Juden oder Amerika zum Sündenbock machen. Sie allein haben sich das eingebrockt.

Frage: Sie haben in den Niederlanden ein modernes Märchen erlebt, von der Asylantin zur Parlamentarierin. Und dann einen tiefen Fall. Waren Sie zu radikal, zu anstrengend?

Ali: Mein Leben ist durchaus kein Märchen gewesen. 2001, nach dem 11. September, war auch die Wahrnehmung von Multikulti in den Niederlanden gebrochen. Damals fragte man mich, warum ich als Muslima, die erst zehn Jahre im Land war, assimilierter [integrierter] schien als viele andere Muslime, selbst nach zwei Generationen. Darauf wollte ich nicht nur intellektuell antworten, sondern meine Identität war darin verwoben. Daraus erklärt sich der Rest der Geschichte. Heute führe ich ein ruhiges Leben und habe meine Privatsphäre.

Frage: Integration ist und bleibt ein Kraftakt. Stehen die Dinge heute besser?

Ali: Beide Seiten, die Einwanderungsgesellschaft und der Migrant, haben ein völlig anderes Bild davon, wie Gesellschaft aussehen soll und was der eigene Beitrag dazu ist. Allzu lange haben die Einwanderergesellschaften die Neuankömmlinge im Glauben gelassen, dass Sozialhilfe in Ordnung wäre, die eigene Kultur und Religion auch. Und dann auf einmal legt man den Hebel um und sagt: Tut uns leid, so nicht. Ihr habt etwas dafür zu tun. Das führt zu Verwirrung, und so kommt es, dass islamistische Gruppen jenen einfachen Migranten zuflüstern: Integriert euch nicht, das sind Ungläubige! Alles wird lauter, erregter, natürlich auch auf Seiten der rechten Populisten, die gar keine Immigranten wollen. Aber soll man ihretwegen nicht Probleme benennen dürfen? Das Schweigen ist jedenfalls gebrochen. Ich hoffe, dass jetzt endlich mehr Offenheit herrscht und wirkliche Integration möglich ist.

Frage: Hoffnung aus Ihrem Munde zu hören ist besonders schön.

Ali: Multikulturalismus in dieser Form der Ignoranz hat nicht funktioniert. Angela Merkel und viele andere Staatsmänner Europas haben das erkannt. Das ist gut.

Frage: Sie haben immer Ihr Recht verteidigt, zu provozieren, auch zu verletzen. Gibt es Grenzen?

Ali: Aber ja. Wenn man zur Gewalt aufruft. Tue ich das? Ich bin eine Frau des Wortes, ich will leben, nicht sterben. Nicht aber die Dschihadisten, sie gehen an den Körper, sie wollen den Geist, der frei denkt, physisch vernichten. Die freie Rede ist ein kostbares Gut. In Europa hat man sich sehr damit befasst, und es gibt klare Grenzen in Verfassungen. Mehr Einschränkungen braucht es nicht.

Frage: Was sagen Sie, wenn man Sie eine Islamophobe nennt, eine Fundamentalistin der Aufklärung?

Ali: Mich nervt das einfach. Ich kann nur sagen: Aufklärung kann niemals fundamentalistisch sein. Ihr Wesenskern ist kritisches Denken, und das ist dynamisch. Ich hinterfrage, was du denkst, und du tust das Gleiche. Und nun zur Islamophobie, dem größten Schwachsinn unserer Zeit! Es gibt sie nicht. Es gibt vielleicht Christophobie, denn Christen werden weltweit verfolgt. Aber Islamophobie? Ein PR-Gag der Islamisten im Westen, um den [westlichen] Gesellschaften Schuldgefühle einzuimpfen. Islam wird psychologisch auf die gleiche Stufe gestellt wie Ethnie oder sexuelle Orientierung. Paradox: Eine Religion wie der Islam, bigott gegen Frauen, Ungläubige, Homosexuelle, stilisiert sich selbst zum Opfer!

Frage: Für Sie ist Multikulturalismus gescheitert. Wie sollte ein besseres Zusammenleben aussehen, oder denken Sie, besonders Muslime seien nicht integrationsfähig?

Ali: Viele Muslime sind in der Tat integriert, das ist eine gute Nachricht. Aber eben nicht die Mehrheit, sonst würden wir nicht hier sitzen. Es werden wegen der Umwälzungen in Nordafrika noch mehr Muslime kommen. Gehen Sie nach Lampedusa [Italien], das ist eine Insel der Flüchtlinge geworden, die nach Europa wollen. Wir müssen uns dem stellen: Nur wer einen Eid ablegt, wie jenen in Amerika, unsere Werte zu akzeptieren, also die Freiheit des Individuums und die Gleichheit von Mann und Frau, der Respekt des Eigentums, unsere westliche Minima Moralia, nur die dürfen herein. Und jene, die schon hier sind: eine Rückweisung des politischen Islam wie auch kultureller Praktiken, die anderen Individuen Schaden zufügen. Ich meine Zwangsbeschneidungen, Zwangsheirat, „Ehrenmord“. Das beschädigt Individuen.

Frage: Hat Amerika Ihnen Freiräume gegeben, die Sie in Europa nicht kannten?

Ali: In den Niederlanden erreichte ich einen Punkt, wo niemand mehr neben mir wohnen wollte. Selbst die Nachbarn gingen vor Gericht, weil sie ihre Immobilie durch meinen Sicherheitsschutz entwertet sahen. Furchtbar!

Frage: 2005 wählte das „Time Magazine“ Sie zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. 2006 wurden Sie zur Europäerin des Jahres. Es ist ruhiger geworden um Sie.

Ali: Wie messen Sie Einfluss? Manchmal schreibe ich Artikel, die eine große Resonanz haben. Mir reicht das. Freiheit des Ausdrucks, keine parteipolitischen Rücksichtnahmen, Anregungen zu geben.

Frage: War der Krieg gegen den Terrorismus umsonst? Irak, Afghanistan, Pakistan - vergebliche Mühe?

Ali: Nein, immerhin gab es Wahlen im Irak und in Afghanistan. Ein Hauch von Demokratie weht durch diese Länder. Ich finde dennoch bedauerlich, dass die Amerikaner gehen, besonders aus Afghanistan. Sie haben den falschen Krieg geführt und den Krieg der Ideologie des Islam und von al-Qaida nicht beantwortet. Der Westen sagt immer noch, der Islam sei eine Religion des Friedens und habe nichts mit Gewalt zu tun. Das geht aber so nicht.

Frage: Was hat Ihren Freiheitsdrang inmitten einer traditionellen Familie erweckt: Kinderbücher der Britin Enid Blyton? Mutter und Großmutter konnten nicht lesen.

Ali: Meine Welt öffnete sich durch Lesen. Ich glaube felsenfest, besonders für Mädchen sind Lesen und Schreiben erste Schritte zur Emanzipation. Man transzendiert [verwandelt, überschreitet] die Armut.

Frage: Wieso sind Menschen, die im Westen studieren und mit seinen Werten [den westlichen Werten] in Berührung kommen, so verstockt? Ich denke an Pol Pot [kambodschanischer kommunistischer Diktator], der in Paris studierte, Assad [syrischer Präsident] in London Medizin.

Ali: Welche Erziehung? Sie bekommen eine Ausbildung in Ökonomie, Ingenieurswissenschaften, Physik, aber nicht in Humanität und Freiheit des Individuums. Das verstehen sie nicht.

Frage: Sie erleben etwas, das Ihr Leben mehr ändern könnte als manches andere: Sie sind mit über vierzig Jahren Mutter geworden.

Ali: Wenn man Mutter wird, muss man sich um ein anderes hilfloses Lebewesen kümmern. Ich bin einerseits glücklich und unglaublich müde.

Frage: Ihr Mann, der Historiker Niall Ferguson, ist stolz, mit einer Feministin zusammen zu sein. Das sagt auch nicht jeder Mann.
Ali: Das hat er gesagt? Freut mich.

Frage: Der „arabische Frühling“ verblasst. Welchem muslimischen Land wird Demokratisierung und Modernisierung am ehesten gelingen?

Ali: Einige der Länder werden getestet. Der Iran ist verrückterweise nicht nur ein Land, das mit seinem Atompoker einen Weltkrieg auslösen könnte, sondern auch ein Land der Hoffnung. Die Gesellschaft will die Mullahs weghaben. Sie haben sie satt. Scharia und all das. Also zeigt sich doch, dass die menschliche Erfahrung der mächtigste Lernmechanismus ist.

Frage: In Ihrem letzten Buch haben Sie einen Brief an Ihre ungeborene Tochter veröffentlicht. Nun ist es ein Junge geworden. Er heißt Thomas, nach wem benannt? Jefferson, von Aquin?

Ali: Es ehrt mich, dass Sie diese großen Namen nennen. Aber er ist einfach nach Nialls Großvater mütterlicherseits benannt. Er förderte seinen Enkel, er inspirierte ihn, zu lesen, Worte zu lieben, die Geschichte zu ergründen.

Frage: Vorbild sein wollen Sie nicht, Sie sagen aber, man müsse an einem „Baum rütteln“. Was ist abgefallen?

Ali: Dummheit.

Die Anmerkungen in eckigen Klammern sind vom Admin.

Quelle: Ayaan Hirsi Ali: „Islamophobie? Ein Gag!“



Integrationsdebatte nicht erwünscht     Top

Die Erfahrungen der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali

Von Marie Wildermann - 23.05.2012

Ayaan Hirsi Ali ist Niederländerin und stammt aus Somalia. Sie war Anhängerin der Muslimbrüder und hat sich vom Islam losgesagt. Sie ist davon überzeugt, dass die Probleme mit muslimischen Einwanderern in Europa kleingeredet und ignoriert werden.

"Als junges Mädchen waren ihre Überzeugungen kaum sehr viel anders als die von Osama bin Laden", sagte Ayaan einmal. Und dennoch hat sie eines Tages, 2002, in einer holländischen Talkshow, erzählt, dass sie keine Muslimin mehr ist.

So der niederländische Schriftsteller Leon de Winter. Die Sendung war kaum zu Ende, da gingen schon die ersten Morddrohungen ein. Dabei wollte die kluge und schöne Afrikanerin nichts weiter als so zu leben, wie sie es für sich als richtig erkannt hatte.1969 in Somalia geboren, hatte sie als Fünfjährige eine Genitalverstümmelung erleben müssen, in ihrer Jugend hatte man sie in eine konservative Koranschule gesteckt, wo sie überzeugte Anhängerin der Muslimbrüder wurde. Als eine Zwangsverheiratung droht, kann sie fliehen und kommt über Umwege 1992 nach Holland. Niederländisch lernt sie in kurzer Zeit so gut, dass sie Politik studieren kann. Sie engagiert sich in der sozialdemokratischen Partei Hollands und schreibt Artikel gegen eine verfehlte Integrationspolitik. Vehement kritisiert sie die Gewalt gegen Frauen in muslimischen Parallelgesellschaften. Ayaan Hirsi Ali:

"Manche Dinge müssen gesagt werden, und es gibt Zeiten, in denen das Schweigen zum Komplizen der Ungerechtigkeit wird."

Seitdem sie sich bei ihrem öffentlichen Auftritt im holländischen Fernsehen vom Islam lossagte, hat sie keinen Tag in Sicherheit verbracht. Und die Situation spitzt sich noch zu. 2004, nach dem Mord an Theo van Gogh. Mit ihm zusammen hatte sie den islamkritischen Film Submission gemacht. Nachdem der Filmregisseur auf offener Straße von einem radikalen Muslim ermordet worden war, ist auch Ayaan Hirsi Ali in Lebensgefahr. Sie muss untertauchen, lebt in Amerika und kommt doch wieder zurück nach Holland, um erneut in die Politik zu gehen. War sie anfangs noch bei den Sozialdemokraten, wechselt sie bald zu den Konservativen, in der Hoffnung, dort mehr bewirken zu können. Doch sie muss feststellen, dass eine offene Debatte über die verfehlte Integrationspolitik nicht erwünscht ist. Diejenigen, die die Probleme der Migranten kleinreden oder ignorieren, nennt sie die "Anwälte des Schweigens".

"Es gibt sie immer noch: die Anwälte des Schweigens. Sie sagen, eine ehrliche Diskussion darüber, welche Herausforderung die Migration für die europäische Gesellschaft bedeutet, würde zum Hass gegen Migranten führen. Das Problem, muslimische Migranten in die europäische Gesellschaft zu integrieren, ist heute sogar noch größer und komplexer geworden."

Zu den "Anwälten des Schweigens" gehören nach Meinung von Ayaan Hirsi Ali viele Medien, weite Teile der Politik und Migrantenorganisationen. In ihrem Buch "Ich klage an", das 2005 erschien, macht sie nicht nur die muslimischen Parallelgesellschaften verantwortlich, sondern auch die Europäer, die nicht erkennen wollten, dass die Verletzung der Frauenrechte ein strukturelles Problem des orthodoxen Islam ist.

"Sie fordern, nur die sozialen und ökonomischen Aspekte des Problems zu beleuchten und schlagen entsprechende politische Lösungen vor. Selbst bei Übergriffen gegen Juden und Homosexuelle durch muslimische Jugendliche, die ihre Taten religiös legitimieren - selbst da sagen die "Anwälte des Schweigens": Wir verurteilen die Tat, aber wir wollen sie nicht in einen Zusammenhang bringen mit dem Islam oder mit Muslimen."

Doch genau das will Ayaan Hirsi Ali. Dafür wird sie gehasst und bedroht. Die holländische Regierung schaffte es kaum, ihre Sicherheit zu garantieren. Als 2006 auch noch eine politische Kampagne gegen Ayaan Hirsi Ali geführt wird, weil sie bei ihrem Asylantrag nicht ganz ehrlich war, entscheidet sie sich endgültig für ein Leben in den USA.

Quelle: Integrationsdebatte nicht erwünscht



Englische Texte von Ayaan Hirsi Ali     Top



The Right to Offend     Top

Ayaan Hirsi Ali

I am here to defend the right to offend.

It is my conviction that the vulnerable enterprise called democracy cannot exist without free expression, particularly in the media. Journalists must not forgo the obligation of free speech, which people in other hemispheres are denied.

I am of the opinion that it was correct to publish the cartoons of Muhammad in Jyllands Posten and it was right to re-publish them in other papers across Europe.

Let me reprise the history of this affair. The author of a children’s book on the prophet Muhammad could find no illustrators for his book. He claimed that illustrators were censoring themselves for fear of violence by Muslims who claimed no-one, anywhere, should be allowed to depict the prophet. Jyllands Posten decided to investigate this. They -- rightly – felt that such self-censorship has far-reaching consequences for democracy.

It was their duty as journalists to solicit and publish drawings of the prophet Muhammad.

Shame on those papers and TV channels who lacked the courage to show their readers the caricatures in The Cartoon Affair. These intellectuals live off free speech but they accept censorship. They hide their mediocrity of mind behind noble-sounding terms such as ‘responsibility’ and ‘sensitivity’.

Shame on those politicians who stated that publishing and re-publishing the drawings was ‘unnecessary’, ‘insensitive’, ‘disrespectful’ and ‘wrong’. I am of the opinion that Prime Minister Anders Fogh Rasmussen of Denmark acted correctly when he refused to meet with representatives of tyrannical regimes who demanded from him that he limit the powers of the press. Today we should stand by him morally and materially. He is an example to all other European leaders. I wish my prime minister had Rasmussen’s guts.

Shame on those European companies in the Middle East that advertised “we are not Danish” or “we don’t sell Danish products”. This is cowardice. Nestle chocolates will never taste the same after this, will they? The EU member states should compensate Danish companies for the damage they have suffered from boycotts.

Liberty does not come cheap. A few million Euros is worth paying for the defence of free speech. If our governments neglect to help our Scandinavian friends then I hope citizens will organise a donation campaign for Danish companies.

We have been flooded with opinions on how tasteless and tactless the cartoons are -- views emphasising that the cartoons only led to violence and discord. What good has come of the cartoons, so many wonder loudly?

Well, publication of the cartoons confirmed that there is widespread fear among authors, filmmakers, cartoonists and journalists who wish to describe, analyse or criticise intolerant aspects of Islam all over Europe.

It has also revealed the presence of a considerable minority in Europe who do not understand or will not accept the workings of liberal democracy. These people – many of whom hold European citizenship – have campaigned for censorship, for boycotts, for violence, and for new laws to ban ‘Islamophobia’.

The cartoons revealed to the public eye that there are countries willing to violate diplomatic rules for political expediency. Evil governments like Saudi Arabia stage “grassroots” movements to boycott Danish milk and yoghurt, while they would mercilessly crash a grassroots movement fighting for the right to vote.

Today I am here to defend the right to offend within the bounds of the law. You may wonder: why Berlin? And why me?

Berlin is rich in the history of ideological challenges to the open society. This is the city where a wall kept people within the boundaries of the Communist state. It was the city which focalized the battle for the hearts and minds of citizens. Defenders of the open society educated people in the shortcomings of Communism. The work of Marx was discussed in universities, in op-ed pages and in schools. Dissidents who escaped from the East could write, make films, cartoons and use their creativity to persuade those in the West that Communism was far from paradise on earth.

Despite the self-censorship of many in the West, who idealised and defended Communism, and the brutal censorship of the East, that battle was won.

Today, the open society is challenged by Islamism, ascribed to a man named Muhammad Abdullah who lived in the seventh century, and who is regarded as a prophet. Many Muslims are peaceful people; not all are fanatics. As far as I am concerned they have every right to be faithful to their convictions. But within Islam exists a hard-line Islamist movement that rejects democratic freedoms and wants to destroy them. These Islamists seek to convince other Muslims that their way of life is the best. But when opponents of Islamism try to expose the fallacies in the teachings of Muhammad then they are accused of being offensive, blasphemous, socially irresponsible – even Islamophobic or racist.

The issue is not about race, colour or heritage. It is a conflict of ideas, which transcend borders and races.

Why me? I am a dissident, like those from the Eastern side of this city who defected to the West. I too defected to the West. I was born in Somalia, and grew up in Saudi Arabic and Kenya. I used to be faithful to the guidelines laid down by the prophet Muhammad. Like the thousands demonstrating against the Danish drawings, I used to hold the view that Muhammad was perfect -- the only source of, and indeed, the criterion between good and bad. In 1989 when Khomeini called for Salman Rushdie to be killed for insulting Muhammad, I thought he was right. Now I don’t.

I think that the prophet was wrong to have placed himself and his ideas above critical thought.

I think that the prophet Muhammad was wrong to have subordinated women to men.

I think that the prophet Muhammad was wrong to have decreed that gays be murdered.

I think that the prophet Muhammad was wrong to have said that apostates must be killed.

He was wrong in saying that adulterers should be flogged and stoned, and the hands of thieves should be cut off.

He was wrong in saying that those who die in the cause of Allah will be rewarded with paradise.

He was wrong in claiming that a proper society could be built only on his ideas.

The prophet did and said good things. He encouraged charity to others. But I wish to defend the position that he was also disrespectful and insensitive to those who disagreed with him.

I think it is right to make critical drawings and films of Muhammad. It is necessary to write books on him in order to educate ordinary citizens on Muhammad.

I do not seek to offend religious sentiment, but I will not submit to tyranny. Demanding that people who do not accept Muhammad’s teachings should refrain from drawing him is not a request for respect but a demand for submission.

I am not the only dissident in Islam. There are more like me here in the West. If they have no bodyguards they work under false identities to protect themselves from harm. But there are also others who refuse to conform: in Teheran, in Doha and Riyadh, in Amman and Cairo, in Khartoum and in Mogadishu, in Lahore and in Kabul.

The dissidents of Islamism, like the dissidents of communism, don’t have nuclear bombs or any other weapons. We have no money from oil like the Saudis. We will not burn embassies and flags. We refuse to get carried away in a frenzy of collective violence. In number we are too small and too scattered to become a collective of anything. In electoral terms here in the west we are practically useless.

All we have are our thoughts; and all we ask is a fair chance to express them. Our opponents will use force to silence us. They will use manipulation; they will claim they are mortally offended. They will claim we are mentally unstable and should not be taken seriously. The defenders of Communism, too, used these methods.

Berlin is a city of optimism. Communism failed. The wall was broken down. Things may seem difficult and confusing today. But I am optimistic that the virtual wall, between lovers of liberty and those who succumb to the seduction and safety of totalitarian ideas will also, one day, come down.

Berlin, 9.02.06

Ayaan Hirsi Ali

Quelle: The right to offend



Moving stories: Ayaan Hirsi Ali     Top

BBC World Service's The World Today programme is asking migrants who have been successful in their adopted countries how they got to the top of their field.

Ayaan Hirsi Ali is an MP for the Liberal Party in the Netherlands, with a brief on immigration. Originally from Somalia, she fled to Holland after her father attempted to arrange a marriage for her.

I left Somalia when I six-years-old. I lived in Saudi Arabia for one year, in Ethiopia for one and a half years, in Kenya for 11 years, and I live in the Netherlands now.

I left Kenya because my father had chosen someone for me to marry.

He wanted me to go to Canada, where this man lived.

On my way to Canada I made a stop in Germany. I didn't agree with this marriage, so I didn't take the plane - I took the train to Holland.

You can say I ran away.

When I had finished learning the Dutch language, I thought I would like to go and study.

I came from a continent which is torn apart by civil war, and I wanted to understand that.

I took political science in college, and that's how I got involved with learning about power, about governments, about institutions, about citizenship - what makes Europe Europe, and what makes developing countries what they are now.

I wanted to understand - I came from a country in civil war, and I really wanted to understand why we had civil war and why it was peaceful and prosperous here.

I am now a member of parliament for the Liberal Party. My subjects - my portfolio - include the migration of non-Western migrants to the Netherlands, the emancipation of women, and development aid to developing countries.

Unfortunately I cannot do this line of work in my country of birth.

Somalia is made up of a population which is 100% Muslim. The radical leanings of a huge number of the population is unfortunately growing, and the position of the Somali woman has never been worse than it is now.

If I were to say the things that I say now in the Dutch Parliament in Somalia, I would be killed.

I wish I could go back, and I would love to go back, even if it's just to see my parents and brother.

But I can't go back, because the situation is that I have said things about the Islamic religion, I have said things about my past, I have said things about the Prophet Mohammed and his message about women.

By saying these things, I think I would be seeking danger if I went back to Somalia.

I'm not intimidated by the threats and the attempts to make me shut my mouth, because living in a rich western European country like this one, I have protection that I otherwise would not have in Somalia or in Africa or in any other Islamic country.

So I am going to make use of this huge opportunity - that I am protected and I can say what I want, that it gets published and spread, and that I am a voice in parliament for these women.

That's something that people forget, because that means you change the rights of women here. They have these rights, but you make sure they are implemented.

I would not change that. I think I wouldn't be able to do that in another country, and I'm not going to allow people to intimidate me.

I have memories - my parents lived there, and I have good memories of the weather, of food, of how as a child I played.

In a way I identify my childhood with my place of birth. I think that's just about it.

Audio: Ayaan Hirsi Ali: "I'm not going to allow people to intimidate me"

Quelle: Moving stories: Ayaan Hirsi Ali



Islam’s Silent Moderates     Top

By Ayaan Hirsi Ali - Published: December 7, 2007

The woman and the man guilty of adultery or fornication, flog each of them with 100 stripes: Let no compassion move you in their case, in a matter prescribed by Allah, if you believe in Allah and the Last Day. (Koran 24:2) IN the last few weeks, in three widely publicized episodes, we have seen Islamic justice enacted in ways that should make Muslim moderates rise up in horror.

A 20-year-old woman from Qatif, Saudi Arabia, reported that she had been abducted by several men and repeatedly raped. But judges found the victim herself to be guilty. Her crime is called “mingling”: when she was abducted, she was in a car with a man not related to her by blood or marriage, and in Saudi Arabia, that is illegal. Last month, she was sentenced to six months in prison and 200 lashes with a bamboo cane.

Two hundred lashes are enough to kill a strong man. Women usually receive no more than 30 lashes at a time, which means that for seven weeks the “girl from Qatif,” as she’s usually described in news articles, will dread her next session with Islamic justice. When she is released, her life will certainly never return to normal: already there have been reports that her brother has tried to kill her because her “crime” has tarnished her family’s honor.

We also saw Islamic justice in action in Sudan, when a 54-year-old British teacher named Gillian Gibbons was sentenced to 15 days in jail before the government pardoned her this week; she could have faced 40 lashes. When she began a reading project with her class involving a teddy bear, Ms. Gibbons suggested the children choose a name for it. They chose Muhammad; she let them do it. This was deemed to be blasphemy.

Then there’s Taslima Nasreen, the 45-year-old Bangladeshi writer who bravely defends women’s rights in the Muslim world. Forced to flee Bangladesh, she has been living in India. But Muslim groups there want her expelled, and one has offered 500,000 rupees for her head. In August she was assaulted by Muslim militants in Hyderabad, and in recent weeks she has had to leave Calcutta and then Rajasthan. Taslima Nasreen’s visa expires next year, and she fears she will not be allowed to live in India again.

It is often said that Islam has been “hijacked” by a small extremist group of radical fundamentalists. The vast majority of Muslims are said to be moderates.

But where are the moderates? Where are the Muslim voices raised over the terrible injustice of incidents like these? How many Muslims are willing to stand up and say, in the case of the girl from Qatif, that this manner of justice is appalling, brutal and bigoted — and that no matter who said it was the right thing to do, and how long ago it was said, this should no longer be done?

Usually, Muslim groups like the Organization of the Islamic Conference are quick to defend any affront to the image of Islam. The organization, which represents 57 Muslim states, sent four ambassadors to the leader of my political party in the Netherlands asking him to expel me from Parliament after I gave a newspaper interview in 2003 noting that by Western standards some of the Prophet Muhammad’s behavior would be unconscionable. A few years later, Muslim ambassadors to Denmark protested the cartoons of Muhammad and demanded that their perpetrators be prosecuted.

But while the incidents in Saudi Arabia, Sudan and India have done more to damage the image of Islamic justice than a dozen cartoons depicting the Prophet Muhammad, the organizations that lined up to protest the hideous Danish offense to Islam are quiet now.

I wish there were more Islamic moderates. For example, I would welcome some guidance from that famous Muslim theologian of moderation, Tariq Ramadan. But when there is true suffering, real cruelty in the name of Islam, we hear, first, denial from all these organizations that are so concerned about Islam’s image. We hear that violence is not in the Koran, that Islam means peace, that this is a hijacking by extremists and a smear campaign and so on. But the evidence mounts up.

Islamic justice is a proud institution, one to which more than a billion people subscribe, at least in theory, and in the heart of the Islamic world it is the law of the land. But take a look at the verse above: more compelling even than the order to flog adulterers is the command that the believer show no compassion. It is this order to choose Allah above his sense of conscience and compassion that imprisons the Muslim in a mindset that is archaic and extreme.

If moderate Muslims believe there should be no compassion shown to the girl from Qatif, then what exactly makes them so moderate?

When a “moderate” Muslim’s sense of compassion and conscience collides with matters prescribed by Allah, he should choose compassion. Unless that happens much more widely, a moderate Islam will remain wishful thinking.

Ayaan Hirsi Ali, a former member of the Dutch Parliament and a resident scholar at the American Enterprise Institute, is the author of “Infidel.”

Quelle: Islam's silent moderates



The Trouble Is the West     Top

Ayaan Hirsi Ali on Islam, immigration, civil liberties, and the fate of the West.

It was a heinous murder that made the best-selling memoirist Ayaan Hirsi Ali internationally famous, but she was neither the victim nor the perpetrator. The corpse was that of Theo van Gogh, a writer and filmmaker who in November 2004 was stabbed, slashed, and shot on an Amsterdam street by a Dutch-born Muslim extremist of Moroccan descent.

The assassin, driven to rage by Submission, a short film Van Gogh had made about the poor treatment of women under Islam, left no doubt about his motives. A letter he pinned to his victim’s chest with a knife was a call to jihad. It was also a death threat against Ayaan Hirsi Ali, a member of the Dutch parliament. She had persuaded Van Gogh to make Submission and had written the movie’s script.

Then 35, Hirsi Ali had already seen plenty of turmoil. She had endured a heavily religious upbringing in Somalia, Saudi Arabia, and Kenya, including a brutal circumcision to keep her “pure.” She chafed under the yoke of an embittered and sometimes violent mother and longed for a father who was perennially absent—often imprisoned or in hiding, due to his opposition to the Somali dictator Siad Barré.

In July 1992, Hirsi Ali defied her family’s wishes, refusing to marry the man to whom her father had betrothed her. She fled Kenya for the Netherlands, gaining refugee status and finding employment as a cleaning woman and a factory worker. She assimilated quickly, learning perfect Dutch and studying political science, a choice that led to a job as an analyst at the Labor Party’s think tank. There, to the consternation of her bosses, who had been courting the Muslim vote, Hirsi Ali worried out loud about Holland’s ever-burgeoning immigrant community and the rising tensions between Muslims and the native Dutch.

In Rotterdam, the Netherlands’ second-largest city, immigrants—mostly Muslims from Morocco and Turkey—had become a majority, with Amsterdam well on its way to a similar demographic sea change. That might not have been a problem, Hirsi Ali argued publicly, if the Dutch had only encouraged the newcomers to embrace the country’s culture the way she had. But the country’s multiculturalist mind-set, paired with the national inclination to tolerate almost any form of behavior, had led to minorities’ ghettoization and to a certain lawlessness. Dutch Muslims were largely content to stay in the neighborhoods they formed together, Hirsi Ali observed. Raised on a steady diet of Islamic preaching and Middle Eastern and North African satellite TV channels, many of them rejected the Dutch way of life as hedonistic, even sinful.

Hirsi Ali wasn’t shy about mentioning the Muslim community’s self-imposed insularity, or the crime wave involving disproportionate numbers of second- and third-generation Dutch Moroccans. But mostly she agitated against the oppression of local Muslim women by male family members: forced marriages, denial of education opportunities, domestic slave labor, and, in some horrific cases, honor killings. By extension, she criticized the native Dutch for turning a blind eye to the injustices in their midst, and for tolerating those who themselves refused to tolerate alternative lifestyles.

It was a shock and a revelation to see a young, black, Muslim woman championing causes previously associated with middle-aged white male pundits who had often been dismissed as racists or Islamophobes. Hirsi Ali’s star rose quickly, especially after she accepted an offer from the VVD, Holland’s pro-market party, to run for parliament. By then, she was receiving a stream of death threats from radical Dutch Muslims and their sympathizers. Once she won her parliamentary seat, the hate mail intensified. A security detail shadowed her everywhere. Van Gogh’s murder proved the threat was all too real.

Throughout her parliamentary career, which lasted from 2003 to 2006, Hirsi Ali reaped both praise and controversy. She continued writing and speaking out in favor of free speech and the right to offend. 2004 was an especially turbulent year both privately and publicly. In May she swore off Islam and all religion. Van Gogh’s assassination made her internationally famous, and she garnered a spot on Time’s list of the 100 most influential people in the world and a European of the Year Award from the European editors of Reader’s Digest. Even the readers of De Volkskrant, a newspaper that had long embraced unfettered multiculturalism, were enthralled: They chose Hirsi Ali as their Dutch Person of the Year at the end of 2004.

In May and June of last year, a tempest in a teacup erupted over her alleged truth-twisting at the time of her Dutch asylum application. (She allegedly used false biographical data.) Hirsi Ali had already decided to move on. The publication of her autobiography, Infidel, was imminent. Early whispers about a resident fellow position with the American Enterprise Institute, a conservative think tank in Washington, D.C., turned out to be correct. Hirsi Ali moved to America, and she joined the institute in the fall of last year.

In June, Hirsi Ali talked with the Dutch-born journalist Rogier van Bakel in Washington, D.C. Comments can be sent to letters@reason.com.

Reason: Tell me how you came to the United States and the American Enterprise Institute.

Ayaan Hirsi Ali: I was a member of parliament back in the Netherlands, and my party asked if I wanted to run for the next elections, in 2007. I declined. Prime Minister Jan Peter Balkenende’s cabinet was very precarious anyway; every two or three weeks we thought the government would fall, which would mean elections, which would force all of us members of parliament to think about what we were going to do next. So I had already decided I didn’t want to run for elections, and wanted instead to go back to being a scholar. Cynthia Schneider, who was then the U.S. ambassador to the Netherlands, said she’d be delighted to take me around in the United States and introduce me—to the Brookings Institution, the Johns Hopkins Institute, Georgetown University, the RAND Corporation. I balked at paying a visit to the American Enterprise Institute, though.

Reason: Why the initial aversion?

Hirsi Ali: Because I thought they would be religious, and I had become an atheist. And I don’t consider myself a conservative. I consider myself a classical liberal.

Anyway, the Brookings Institution did not react. Johns Hopkins said they didn’t have enough money. The RAND Corporation wants its people to spend their days and nights in libraries figuring out statistics, and I’m very bad at statistics. But at AEI they were enthusiastic. It turns out that I have complete freedom of thought, freedom of expression. No one here imposed their religion on me, and I don’t impose my atheism on them.

Reason: Do you see eye to eye with high-profile AEI hawks such as former Bush speechwriter David Frum and former U.N. Ambassador John Bolton?

Hirsi Ali: Most of the time I do. For instance, I completely and utterly agree with John Bolton that talking to Iran is a sheer waste of time.

When I was with the Labor Party, I’d get into trouble because the party bosses determined that some of what I wrote, or proposed to write about, wasn’t conducive to their policies or to electoral success. But at AEI there are no such restraints. As long you can argue it with some intelligence, no one interferes.

Reason: Religion is hardly inconsequential in European politics, but it’s virtually a prerequisite for electability here: If you’re not devout, forget about it; you won’t be elected to public office.

Hirsi Ali: I’m not going to become president, and I’m not going to run for Congress. Your Constitution doesn’t allow it. [Laughs.]

Reason: But do you feel at all uncomfortable with that heavy emphasis on religion in American public life?

Hirsi Ali: Yes. And the good thing is—and that’s what I’ve tried to tell all my European friends—I’m allowed to say so.

I think that it’s a great mistake for this country to reject a very good atheist. I mean, when you have two candidates, and one is an atheist and the other is a religious person and the atheist would make the better public official, it’s a great loss not to elect him. Anyway, atheists here can forward their agenda and fight back safely without risking violence.

I accept that there are multitudes seeking God, seeking meaning, and so on, but if they reject atheism, I would rather they became modern-day Catholics or Jews than that they became Muslims. Because my Catholic and Jewish colleagues are fine. The concept of God in Jewish orthodoxy is one where you’re having constant quarrels with God. Where I come from, in Islam, the only concept of God is you submit to Him and you obey His commands, no quarreling allowed. Quarreling or even asking questions means you raise yourself to the same level as Him, and in Islam that’s the worst sin you can commit. Jews should be proselytizing about a God that you can quarrel with. Catholics should be proselytizing about a God who is love, who represents a hereafter where there’s no hell, who wants you to lead a life where you can confess your sins and feel much better afterwards. Those are lovely concepts of God. They can’t compare to the fire-breathing Allah who inspires jihadism and totalitarianism.

Reason: In Infidel, you point out many positive religious experiences you had as a Muslim. For instance, you describe Mecca’s Grand Mosque as a place of vastness and beauty. You praise the kindness that you experienced there, a sense of community, a lack of prejudice. Are there times when you miss that aspect of being a practicing believer?

Hirsi Ali: I’d love to go and visit the Mosque in Mecca again, just for the sheer beauty of it, not for God—much the way a non-Catholic might go to Vatican City because of the beauty of the buildings and the artifacts. There’s a sense of calm in such places that’s wonderful, and there’s the awe you feel because of what humanity can accomplish.

But do I miss the religious experience? The feelings of belonging and family and community were powerful, but the price in terms of freedom was too high. In order to be able to live free, I’ve accepted living with the pain of missing my family. As for community, I experienced a very deep sense of community with my friends in Holland.

Reason: Should we acknowledge that organized religion has sometimes sparked precisely the kinds of emancipation movements that could lift Islam into modern times? Slavery in the United States ended in part because of opposition by prominent church members and the communities they galvanized. The Polish Catholic Church helped defeat the Jaruzelski puppet regime. Do you think Islam could bring about similar social and political changes?

Hirsi Ali: Only if Islam is defeated. Because right now, the political side of Islam, the power-hungry expansionist side of Islam, has become superior to the Sufis and the Ismailis and the peace-seeking Muslims.

Reason: Don’t you mean defeating radical Islam?

Hirsi Ali: No. Islam, period. Once it’s defeated, it can mutate into something peaceful. It’s very difficult to even talk about peace now. They’re not interested in peace.

Reason: We have to crush the world’s 1.5 billion Muslims under our boot? In concrete terms, what does that mean, “defeat Islam”?

Hirsi Ali: I think that we are at war with Islam. And there’s no middle ground in wars. Islam can be defeated in many ways. For starters, you stop the spread of the ideology itself; at present, there are native Westerners converting to Islam, and they’re the most fanatical sometimes. There is infiltration of Islam in the schools and universities of the West. You stop that. You stop the symbol burning and the effigy burning, and you look them in the eye and flex your muscles and you say, “This is a warning. We won’t accept this anymore.” There comes a moment when you crush your enemy.

Reason: Militarily?

Hirsi Ali: In all forms, and if you don’t do that, then you have to live with the consequence of being crushed.

Reason: Are we really heading toward anything so ominous?

Hirsi Ali: I think that’s where we’re heading. We’re heading there because the West has been in denial for a long time. It did not respond to the signals that were smaller and easier to take care of. Now we have some choices to make. This is a dilemma: Western civilization is a celebration of life—everybody’s life, even your enemy’s life. So how can you be true to that morality and at the same time defend yourself against a very powerful enemy that seeks to destroy you?

Reason: George Bush, not the most conciliatory person in the world, has said on plenty of occasions that we are not at war with Islam.

Hirsi Ali: If the most powerful man in the West talks like that, then, without intending to, he’s making radical Muslims think they’ve already won. There is no moderate Islam. There are Muslims who are passive, who don’t all follow the rules of Islam, but there’s really only one Islam, defined as submission to the will of God. There’s nothing moderate about it.

Reason: So when even a hard-line critic of Islam such as Daniel Pipes says, “Radical Islam is the problem, but moderate Islam is the solution,” he’s wrong?

Hirsi Ali: He’s wrong. Sorry about that.

Reason: Explain to me what you mean when you say we have to stop the burning of our flags and effigies in Muslim countries. Why should we care?

Hirsi Ali: We can make fun of George Bush. He’s our president. We elected him. And the queen of England, they can make fun of her within Britain and so on. But on an international level, this has gone too far. You know, the Russians, they don’t burn American flags. The Chinese don’t burn American flags. Have you noticed that? They don’t defile the symbols of other civilizations. The Japanese don’t do it. That never happens.

Reason: Isn’t that a double standard? You want us to be able to say about Islam whatever we want—and I certainly agree with that. But then you add that people in Muslim countries should under all circumstances respect our symbols, or else.

Hirsi Ali: No, no, no.

Reason: We should be able to piss on a copy of the Koran or lampoon Muhammad, but they shouldn’t be able to burn the queen in effigy. That’s not a double standard?

Hirsi Ali: No, that’s not what I’m saying. In Iran a nongovernmental organization has collected money, up to 150,000 British pounds, to kill Salman Rushdie. That’s a criminal act, but we are silent about that.

Reason: We are?

Hirsi Ali: Yes. What happened? Have you seen any political response to it?

Reason: The fatwa against Rushdie has been the subject of repeated official anger and protests since 1989.

Hirsi Ali: I don’t know. The British sailors who were kidnapped this year—what happened? Nothing happened. The West keeps giving the impression that it’s OK, so the extremists will get away with it. Saudi Arabia is an economic partner, a partner in defense. On the other hand, they—Saudi Arabia, wealthy Saudi people—spread Islam. They have a sword on their flag. That’s the double standard.

Reason: I want my government to protest the Rushdie fatwa. I’m not so sure they ought to diplomatically engage some idiots burning a piece of cloth or a straw figure in the streets of Islamabad. Isn’t there a huge difference between the two?

Hirsi Ali: It’s not just a piece of cloth. It’s a symbol. In a tribal mind-set, if I’m allowed to take something and get away with it, I’ll come back and take some more. In fact, I’ll come and take the whole place, especially since it’s my holy obligation to spread Islam to the outskirts of the earth and I know I’ll be rewarded in heaven. At that point, I’ve only done my religious obligation while you’re still sitting there rationalizing that your own flag is a piece of cloth.

We have to get serious about this. The Egyptian dictatorship would not allow many radical imams to preach in Cairo, but they’re free to preach in giant mosques in London. Why do we allow it?

Reason: You’re in favor of civil liberties, but applied selectively?

Hirsi Ali: No. Asking whether radical preachers ought to be allowed to operate is not hostile to the idea of civil liberties; it’s an attempt to save civil liberties. A nation like this one is based on civil liberties, and we shouldn’t allow any serious threat to them. So Muslim schools in the West, some of which are institutions of fascism that teach innocent kids that Jews are pigs and monkeys—I would say in order to preserve civil liberties, don’t allow such schools.

Reason: In Holland, you wanted to introduce a special permit system for Islamic schools, correct?

Hirsi Ali: I wanted to get rid of them. I wanted to have them all closed, but my party said it wouldn’t fly. Top people in the party privately expressed that they agreed with me, but said, “We won’t get a majority to do that,” so it never went anywhere.

Reason: Well, your proposal went against Article 23 of the Dutch Constitution, which guarantees that religious movements may teach children in religious schools and says the government must pay for this if minimum standards are met. So it couldn’t be done. Would you in fact advocate that again?

Hirsi Ali: Oh, yeah.

Reason: Here in the United States, you’d advocate the abolition of—

Hirsi Ali: All Muslim schools. Close them down. Yeah, that sounds absolutist. I think 10 years ago things were different, but now the jihadi genie is out of the bottle. I’ve been saying this in Australia and in the U.K. and so on, and I get exactly the same arguments: The Constitution doesn’t allow it. But we need to ask where these constitutions came from to start with—what’s the history of Article 23 in the Netherlands, for instance? There were no Muslim schools when the constitution was written. There were no jihadists. They had no idea.

Reason: Do you believe that the U.S. Constitution, the Bill of Rights—documents from more than 200 ago—ought to change?

Hirsi Ali: They’re not infallible. These Western constitutions are products of the Enlightenment. They’re products of reason, and reason dictates that you can only progress when you can analyze the circumstances and act accordingly. So now that we live under different conditions, the threat is different. Constitutions can be adapted, and they are, sometimes. The American Constitution has been amended a number of times. With the Dutch Constitution, I think the latest adaptation was in 1989. Constitutions are not like the Koran—nonnegotiable, never-changing.

Look, in a democracy, it’s like this: I suggest, “Let’s close Muslim schools.” You say, “No, we can’t do it.” The problem that I’m pointing out to you gets bigger and bigger. Then you say, “OK, let’s somehow discourage them,” and still the problem keeps on growing, and in another few years it gets so bad that I belatedly get what I wanted in the first place.

I respect that it needs to happen this way, but there’s a price for the fact that you and I didn’t share these insights earlier, and the longer we wait, the higher the price. In itself the whole process is not a bad thing. People and communities and societies learn through experience. The drawback is, in this case, that “let’s learn from experience” means other people’s lives will be taken.

Reason: When I read Ian Buruma’s review of your book in The New York Times, I felt he wasn’t being fair to you when he wrote that you “espouse an absolutist way of a perfectly enlightened west at war with the demonic world of Islam.” But maybe that’s a pretty apt description of what you believe.
Hirsi Ali: No, that’s not fair. I don’t think that the West is perfect, and I think that standing up and defending modern society from going back to the law of the jungle is not being absolutist.

I don’t know what Buruma saw when he went to Holland [to research Theo van Gogh’s assassination for his book Murder in Amsterdam], but Theo rode to work on his bicycle one morning, and a man armed with knives and guns took Theo’s life in the name of his God—and that same man, Mohammed Bouyeri, wasn’t born believing that. The people who introduced this mind-set to Bouyeri took advantage of the notion of freedom of religion and other civil liberties.

Samir Azouz, another young man in Holland convicted of terrorist plotting, attended a fundamentalist Muslim school in Amsterdam which is still open. He had maps of the Dutch parliament. He wanted to kill me and other politicians. He wanted to cause murder and mayhem congruent with the set of beliefs that he was taught in school using Dutch taxpayers’ money. Now go back in time a little. Isn’t it extremely cruel when you put yourself in the shoes of that little boy? He was just going to an officially recognized school in a multicultural society. Everyone approved—and now he’s being punished for it. He’s in jail.

Reason: One of the things in your book that struck me was that many of the women in the book made religious choices that seemed entirely free. Your childhood teacher, Sister Aziza, chose to cover herself “to seek a deeper satisfaction of pleasing God.” You described dressing in an ankle-length black cloak yourself, and how it made you feel sensuous and feminine and desirable and like an individual. There’s also the scene where many women in your own Somali neighborhood, including your mother, began dressing in burkas and jilbabs after encountering a preacher named Boqol Sawm. You and they apparently did so of their free will, without any obvious coercion. So what’s the problem with that?

Hirsi Ali: I really thought Sister Aziza was convincing, and I wanted to be like her. And she talked about God and hell and heaven in a way I hadn’t heard before. My mother would only scream, “Pray, it’s time to pray!” without ever explaining why. Sister Aziza wasn’t doing that.

But she did teach us to hate Jews. I must confess to a deep emotional hatred I felt for Jews as a 15-, 16-, 17-year-old living in Kenya. You almost can’t help it; you become part of something bigger. I think that’s how totalitarian movements function and that’s what’s wrong with them. You lose your faculty of reason. You’re told, “Don’t think for yourself. Just follow the leader.”

“Hate people.” OK. “Kill people.” OK, fine.

Reason: But I don’t think that you, at the time, would have said that you had lost your faculty of reason. Nor would your mother have copped to that. You and the other women believed you were all making a perfectly free, rational choice to dress religiously. And why not?

Hirsi Ali: Boqol Sawm is a Somali man who was offered a scholarship to go to Medina to learn true Islam. He was indoctrinated in Medina, and then he was sent with a message to go out and be a missionary, and that’s what he was doing and he did it voluntarily. No one kidnapped him. And he convinced a lot of people.

Reason: Isn’t it all in the eye of the beholder? When you say he was indoctrinated, he would say, “I was enlightened. I was gaining knowledge of my one true faith.”

Hirsi Ali: I agree with you. When I was with Sister Aziza I thought I was being enlightened. I wasn’t aware of all the terms that we are using now: fundamentalism, radical Islam, jihadism, and so on. We were simply true and pure Muslims. We were seeking to live as true Muslims, practicing true Islam, which you find in the Koran. But it’s a problematic ideology because it demands subservience to Allah, not just from believers but from everyone.

Reason: Having lived in the United States for about a year now, do you find that Muslims in the United States have by and large integrated better here than they have in Europe?

Hirsi Ali: Since I moved here, I’ve spent most of my time in airports, in airplanes, in waiting rooms, in hotels, doing promotion for Infidel all over the world, so the amount of time I’ve actually lived in the U.S. is very small. But yes, I have the impression that Muslims in the United States are far more integrated than Muslims in Europe. Of course, being assimilated doesn’t necessarily mean that you won’t be a jihadist, but the likelihood of Muslims turning radical here seems lower than in Europe.

For one thing, America doesn’t really have a welfare system. Mohammed Bouyeri had all day long to plot the murder of Theo van Gogh. American Muslims have to get a job. What pushes people who come to America to assimilate is that it’s expected of them. And people are not mollycoddled by the government.

There’s a lot of white guilt in America, but it’s directed toward black Americans and native Indians, not toward Muslims and other immigrants. People come from China, Vietnam, and all kinds of Muslim countries. To the average American, they’re all fellow immigrants.

The white guilt in Germany and Holland and the U.K. is very different. It has to do with colonialism. It has to do with Dutch emigrants having spread apartheid in South Africa. It has to do with the Holocaust. So the mind-set toward immigrants in Europe is far more complex than here. Europeans are more reticent about saying no to immigrants.

And by and large, Muslim immigrants in Europe do not come with the intention to assimilate. They come with the intention to work, earn some money, and go back. That’s how the first wave of immigrants in the Netherlands was perceived: They would just come to work and then they’d go away. The newer generations that have followed are coming not so much to work and more to reap the benefits of the welfare state. Again, assimilation is not really on their minds.

Also, in order to get official status here in the U.S., you have to have an employer, so it’s the employable who are coming. The Arabs who live here came as businessmen, and a lot of them come from wealthy backgrounds. There are also large communities of Indian and Pakistani Muslims, who tend to be very liberal. Compare that to the Turks in Germany, who mostly come from the poor villages of Anatolia. Or compare it to the Moroccans in the Netherlands, who are for the most part Berbers with a similar socio-economic background. It’s a completely different set of people.

And finally, there’s the matter of borders. In America, Muslim immigrants typically pass through an airport, which means the Americans have a better way of controlling who comes in—a far cry from Europe’s open borders. Forty years ago, when Europe began talking about lifting borders between countries to facilitate the free traffic of goods and labor, they weren’t thinking about waves of immigrants. They thought of Europe as a place people left. America, on the other hand, has always been an immigration nation, with border controls that have been in place for a long time. I know the southern border is difficult to monitor, but for Arab Muslims and Pakistanis coming to America, it’s very hard to enter illegally.

Without passing any moral judgment, those are the differences between the two places.

Reason: Are you concerned about the efficacy of your message? Do you worry that, at least in the short term, you have exacerbated the miserable treatment of women under much of mainstream Islam by prompting moderate Muslims to turn inward to their religion because they really don’t want to follow the path of the apostate Hirsi Ali?

Hirsi Ali: Young men now want to become terrorists in response to something I’ve written, that sort of thing? I don’t think that is the case. If we continue that reasoning, we’ll never scrutinize anything. Can we ever write? Can we ever criticize anything?

Reason: You write in your book that you would never have voted for Pim Fortuyn, the murdered leader of an anti-immigration party who had been considered a candidate for the Dutch prime ministership. I wonder what ideological differences you had with him.

Hirsi Ali: It wasn’t an ideological difference I had with Pim Fortuyn. In the Netherlands, new parties provoke change; they’re shock parties. They don’t carry out policies. Also, Fortuyn had no experience and had an explosive temper. Don’t get me wrong; he would have been a wonderful addition to the Dutch parliament, because rhetorically he was far stronger than all the other candidates. But I don’t think he really wanted to become prime minister. He was only joking.

Reason: He was?

Hirsi Ali: I think he was. He was a flamboyant hedonist. To be a prime minister, you sleep about four hours a night. So anyway, I wouldn’t have voted for him. I’ve always voted for the establishment.

Reason: You don’t sound like an establishment-supporting kind of person. You’re supposed to be a big rebel.

Hirsi Ali: Yeah, but there are rebels and rebels. There are rebels who are always against something, like the Socialist Party in the Netherlands. To them, rebelling itself is the aim. That’s where they get their thrill from. But I’m rebelling for something. I want something to be established.

Reason: Tolerance is probably the most powerful word there is in the Netherlands. No other word encapsulates better what the Dutch believe really defines them. That makes it very easy for people to say that when they’re being criticized, they’re not being tolerated—and from there it’s only a small step to saying they’re being discriminated against or they’re the victims of Islamophobia or racism or what have you.

Hirsi Ali: We have to revert to the original meaning of the term tolerance. It meant you agreed to disagree without violence. It meant critical self-reflection. It meant not tolerating the intolerant. It also came to mean a very high level of personal freedom.

Then the Muslims arrived, and they hadn’t grown up with that understanding of tolerance. In short order, tolerance was now defined by multiculturalism, the idea that all cultures and religions are equal. Expectations were created among the Muslim population. They were told they could preserve their own culture, their own religion. The vocabulary was quickly established that if you criticize someone of color, you’re a racist, and if you criticize Islam, you’re an Islamophobe.

Reason: The international corollary to the word tolerance is probably respect. The alleged lack of respect has become a perennial sore spot in relations between the West and Islam. Salman Rushdie receiving a British knighthood supposedly signified such a lack of respect, as did the Danish cartoons last year, and many other things. Do you believe this is what Muslims genuinely crave—respect?

Hirsi Ali: It’s not about respect. It’s about power, and Islam is a political movement.

Reason: Uniquely so?

Hirsi Ali: Well, it hasn’t been tamed like Christianity. See, the Christian powers have accepted the separation of the worldly and the divine. We don’t interfere with their religion, and they don’t interfere with the state. That hasn’t happened in Islam.

But I don’t even think that the trouble is Islam. The trouble is the West, because in the West there’s this notion that we are invincible and that everyone will modernize anyway, and that what we are seeing now in Muslim countries is a craving for respect. Or it’s poverty, or it’s caused by colonization.

The Western mind-set—that if we respect them, they’re going to respect us, that if we indulge and appease and condone and so on, the problem will go away—is delusional. The problem is not going to go away. Confront it, or it’s only going to get bigger.

Rogier van Bakel is a freelance journalist and runs the blog Nobody's Business.

Quelle: The troble ist the west



Schriften
  • Adan und Eva. Eine Begegnung mit dem Islam. Übersetzt von Anne Emmert. Piper, München 2009, 160 S., ISBN 978-3-492-05279-5 (enthält den Essay „Die Notwendigkeit der Selbstreflexion im Islam“)
  • Adan en Eva. Rubinstein, Amsterdam 2008, Hörbuch, ISBN 978-9047601814, Kinderbuch (der muslimische Junge Adan wächst zusammen mit dem jüdischen Mädchen Eva in Amsterdam auf)
  • Müslüman Kadinlara Baski Bitsin! Piper, München 2005, ISBN 3-492-04836-6 (türkische Ausgabe von Ich klage an)
  • Ich klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen. Übersetzt von Anna Berger und Jonathan Krämer. Piper, München 2005, ISBN 3-492-04793-9 (Artikelsammlung)
  • De zoontjesfabriek. Over vrouwen, Islam en integratie. Augustus, Amsterdam 2002, ISBN 90-457-0281-9 (niederländisch)




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